Im Praxistest: Plumpsklo gegen Nachttopf

Das Grabser Unternehmen Liftac hat die erste wasserlose, mobile Toilette entwickelt, die in Spitälern eingesetzt werden kann, um Medikamentenrückstände abzufangen. Die Rückstände im Abwasser können für Fische und Kleinlebewesen giftig sein. Das Toiletten-Projekt wurde vom Bund unterstützt.

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So funktioniert der «Rollac»

Rollac rollt auf vier Rädern und lässt sich bequem ans Krankenbett schieben. Eine unter dem Toilettensitz gelagerte, reissfeste Endlosfolie liegt satt an der Brille und an der Schüssel an. Nach Gebrauch der Toilette wird diese Folie per Knopfdruck automatisch zu einem geruchsdichten Beutel verschweisst, der sachgerecht entsorgt werden kann.

Mikroverunreinigungen – zum Beispiel Rückstände von Medikamenten – schädigen Wasserlebewesen. Das hat ein Forschungsprojekt im St.Galler Rheintal vor einigen Jahren eindrücklich belegt.

Um solche Medikamentenrückstände aus stark belasteten Spitalabwässern zu entfernen, wird seit über zehn Jahren an einer wasserlosen Toilette gearbeitet. Nun scheint die Toilette in Griffnähe. Das Grabser Unternehmen Liftac stellt mit dem «Rollac» die erste wasserlose, mobile Toilette vor, die bereits in verschiedenen Spitälern eingesetzt wird.

Der «Rollac» sei hygienisch, geruchlos und sicher in der Bedienung - der Preis sei jedoch noch hoch, heisst es in ersten Anwenderberichten aus dem Inselspital Bern. Dieses hat das den «Rollac» in einem Testversuch dem klassischen Nachttopf gegenübergestellt.