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Ostschweiz Jodtabletten für neun Thurgauer Gemeinden

Neu werden Jodtabletten an Haushalte verteilt, die bis zu 50 Kilometer von einem Atomkraftwerk entfernt wohnen. Bisher lag der Radius bei 20 Kilometern. Insgesamt erhalten rund 4,6 Millionen Personen Jodtabletten, darunter neun Thurgauer Gemeinden. Die Gemeinden zeigen sich überrascht.

Jodtabletten
Legende: Die Jodtabletten sind zehn Jahre haltbar. Keystone

Nach dem AKW-Unfall in Fukushima, wurde entschieden den Radius auszuweiten. Am Mittwoch hat der Bundesrat zugestimmt. Die Bevölkerung soll damit bei einem AKW-Unfall besser geschützt werden. Jodtabletten verhindern, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert. Die Verteilung der Jodtabletten beginnt im Herbst, wie das Bundesamt für Gesundheit in einer Mitteilung schreibt.

Neu sind auch die Thurgauer Gemeinden Basadingen-Schlattingen, Diessenhofen, Eschenz, Gachnang, Hüttwilen, Neunforn, Schlatt, Uesslingen-Buch, Wagenhausen und Warth-Weiningen im Radius.

Die Gemeindeammänner zeigen sich überrascht über den Entscheid: Er sei sich nicht sicher, ob im Ernstfall jeder wisse, wo er diese Tabletten im Haus habe, sagte Claus Ullmann, Gemeindammann von Eschenz. Besser wäre, wenn die Tabletten in einer Apotheke gelagert würden, so Ullmann gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.

Personen, die innerhalb des 50-Kilometer-Radius wohnen, erhalten eine Schachtel mit zwölf Tabletten zugeschickt. Auch Betriebe werden mit Tabletten beliefert. So könnten die Medikamente bei einer Katastrophe während der Arbeitszeit eingenommen werden.

AKW-Betreiber müssen Kosten übernehmen

Für die Kosten von 30 Millionen Franken müssen die AKW-Betreiber aufkommen - nach dem Verursacherprinzip. Ursprünglich hätten die Kantone für die Kosten aufkommen sollen.

Für die restliche Bevölkerung ändert sich mit der neuen Ausweitung nichts. Für sie werden die Jodtabletten bei einem allfälligen AKW-Unfall in den Kantonen gelagert.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von R.äser, Zürich
    Der Bund gibt 30 Mio.Fr. für Jodtabletten aus. Das nützt der Pharma und einer sehr trügerischen Scheinsicherheit. Bei einem Reaktorunfall nützen die Jodtabletten lediglich gegen radioaktives Jod. Bei einem Unfall wird aber auch radioaktives Cäsium, Plutonium usw. austreten und gegen das kann die Bevölkerung nicht geschützt werden. Im Klartext gehen wir nicht an Schilddrüsen Krebs ein sondern an Strahlenkrankheit, Leukämie und Knochenkrebs. Diese Ausgabe ist sinnlos weil nichts geschehen darf!
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Da sieht man doch einmal mehr, was für Dilettanten wir im Bundesrat haben. Einfach nur wieder kopflos Geld verschwenden für nix und wieder nix. Aber das gehört ja längst zur Tagesordnung z'Bärn obe.
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