Katholische Kirche: «Freiwillige vor!»

Die Katholische Kirche hat zu wenig Priester und Pastoralassistenten. Das Bistum St. Gallen hat deshalb ein schweizweites Pilotprojekt gestartet. Das Ziel ist, dass möglichst viele Freiwillige möglichst viele Aufgaben in der Kirchenarbeit übernehmen. Tabus soll es keine geben.

Pastoralassistent Hans Brändle will möglichst viele Freiwillige in die Kirchenarbeit einbinden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Pastoralassistent Hans Brändle will möglichst viele Freiwillige in die Kirchenarbeit einbinden. SRF

Die St. Galler Seelsorgeeinheit Magdenau umfasst vier Pfarreien rund um Flawil. Hier ist die Personalnot besonders akut. Seit Jahren schon gibt es keinen Pfarrer mehr. Freiwillige übernehmen deshalb notgedrungen viele Aufgaben. Pastoralassistent Hans Brändle: «Sie gestalten Gottesdienste, leisten Seniorenarbeit und bereiten die Firmung vor. Und das klappt bestens.»

Wie geht es weiter?

Ein Zwischenresultat zeichne sich aber bereits ab, sagt Franz Kreissl, der Leister des Pastoralamtes im Bistum St. Gallen: «Niemand weiss, wie es geht. Wir sind am Lernen, vom Gläubigen bis zum Bischof.»

Eine weitere Erkenntnis sei, dass es keine Tabus geben dürfe. Abgesehen zum Beispiel von der Beichte und der Eucharistiefeier, die nur von geweihten Priestern vorgenommen werden dürfen, gebe es für Freiwillige keine Einschränkungen.

Werden Priester abgeschafft?

Wenn man fehlende Seelsorger mit qualifizierter theologischer Ausbildung durch halbprofessionell ausgebildete Freiwillige ersetze, schwäche das die Stellung der Prieser. Hinter vorgehaltener Hand, befürchten viele Menschen, das Pilotprojekt wolle die Priester abschaffen. Franz Kreissl vom Bistum St. Gallen aber dementiert: «Die Katholische Kirche gibt es nicht ohne Priester. Wir wollen die Priester nicht abschaffen.»