Kreuzlinger gräbt alte Perlen aus

Im 18. Jahrhundert wurde Spitzenmusik komponiert. Mozart und Haydn interessieren den pensionierten Kreuzlinger Lehrer und Musiker Hanspeter Schär aber nur am Rande. Seine Leidenschaft gehört den unbekannten Komponisten. Er bereitet ihre Noten für die Neuzeit auf.

Hanspeter Schär bei der Arbeit in seinem Büro. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hanspeter Schär bei der Arbeit in seinem Büro. SRF

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden unzählige Musikstücke komponiert. 50'000 Notenbündel liegen in der Musikbibliothek des Klosters Einsiedeln. Musiker Hanspeter Schär aus Kreuzlingen sucht sich dort spannende Stücke und erfasst sie, dass sie heute für Orchester wieder spielbar sind.

So muss Schär nicht nur Noten, sondern auch Zahlen interpretieren und zusammenfügen. «Ich staune immer wieder, wie diese Komponisten jede Stimme in jedem Takt auswendig im Kopf hatten.» Dannzumal gab es keine Übersicht, also keine Partitur, sondern nur Einzelstimmen.

«  Mich fasziniert die Begegnung mit Musikerkollegen, welche vor 250 Jahren gelebt haben. »

Hanspeter Schär
Musiker

Schär beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit den «Kleinmeistern» des 18. Jahrhunderts. Die Grosssen wie zum Beispiel Mozart oder Haydn seien ausgereizt. Auch die unbekannten Komponisten hätten zu jener Zeit absolute Begabungen gehabt.