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Ostschweiz Lehrplan 21 kommt so oder so

In den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Graubünden sind Volksinitiativen hängig oder in Planung, welche den Lehrplan 21 torpedieren wollen. Aber: Unabhängig davon wird der Lehrplan 21 sowieso eingeführt.

Legende: Audio Lehrplan 21 bewegt die Gemüter (16.06.2016) abspielen. Laufzeit 05:59 Minuten.
05:59 min, aus Regi Ostschweiz vom 16.06.2016.

Das Thurgauer Kantonsparlament sprach sich am Mittwoch gegen eine Volksinitiative aus, welche den Lehrplan 21 verhindern will. Im November entscheidet nun das Volk. Die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill stellt aber klar: «Wir führen den Lehrplan 21 im Sommer 2017 ein.»

Einen Plan B habe die Thurgauer Regierung nicht. Sagt das Stimmvolk Ja zur Initiative, hat der Kanton zwei Jahre Zeit, diese umzusetzen. Gemäss Monika Knill müsste dann der eingeführte Lehrplan 21 angepasst werden.

Das wäre eine Knacknuss.
Autor: Monika KnillBildungsdirektorin Thurgau

Das Parlament hat sich zwar deutlich gegen die Initiative ausgesprochen. Ein Ja liegt dennoch im Bereich des Möglichen. Weil der Lehrplan 21 viele Änderungen umfasst, gibt er auch viel Angriffsfläche.

Längerer Weg in St. Gallen

Die St. Galler Stimmbevölkerung entscheidet im September über eine Initiative, welche den Ausstieg aus dem Harmos-Konkordat fordert. Sie ist nicht konkret gegen den Lehrplan 21 gerichtet, dennoch verfolgen die Initianten das Ziel, diesen zu torpedieren.

Aber auch in St. Gallen ist der Lehrplan 21 gesetzt. Die Ausbildungen laufen, im Sommer 2017 wird er eingeführt. Sagt das Stimmvolk Ja zur Initiative, würde dies weitere politische Prozesse nach sich ziehen. Eine Anpassung des Lehrplans würde sowieso erst in mehreren Jahren wieder zum Thema.

Graubünden im Schneckentempo

Im Kanton Graubünden wird der Lehrplan 21 erst im Jahr 2018 eingeführt. Eine Unterschriftensammlung läuft bis im Frühjar 2017. Für Regierungsrat Martin Jäger ist klar, dass die Initiative den Lehrplan 21 nicht mehr stoppen kann. Würde die Initiative angenommen, braucht es nochmals umfangreiche politische Prozesse, um den Lehrplan zu ändern.

Das würde mehrere Jahre dauern. Bis dann haben wir den Lehrplan 21 eingeführt.
Autor: Martin JägerBildungsdirektor Graubünden

In den Kantonen Glarus, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden sind keine Vorstösse gegen den Lehrplan 21 hängig. Auch in diesen Kantonen gilt das neue Grundlagenwerk ab Sommer 2017.

Abstimmungen Lehrplan 21

SG
Volksabstimmung 25. September 2016 (Austritt Harmos)
TGVolksabstimmung 27. November 2016 (Volksrechte ausbauen/Inhalt anpassen)
GRUnterschriftensammlung bis April 2017 (Volksrechte ausbauen)
ARkeine Initiative
GLkeine Initiative
AIInitiative abgelehnt

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 12:03/17:30 Uhr

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