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Tierquälerei in Hefenhofen TG Mutmasslicher Tierquäler kehrt vorläufig nicht auf Hof zurück

Legende: Video Gewaltige Zügelaktion abspielen. Laufzeit 05:19 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.08.2017.
  • Der mutmassliche Tierquäler von Hefenhofen kehrt vorläufig nicht auf seinen Hof zurück. Der Amtsarzt hat eine fürsorgerische Unterbringung für den Pferdehändler angeordnet. Diese Zwangsmassnahme gilt für maximal sechs Wochen.
  • Die Armee hat am Vormittag mit dem Abtransport der rund 90 Pferde vom Hof des mutmasslichen Tierquälers in Hefenfofen (TG) begonnen.
  • Mit sieben Transportern werden die Tiere ins Kompetenzzentrum für Veterinärdienst und Armeetiere in Schönbühl (BE) gebracht.

Der Tierhalter war am Montagnachmittag von der Polizei in Gewahrsam genommen worden, um die mit der Evakuierung der Tiere betrauten Personen nicht zu gefährden. «Der Mann wurde befragt und ärztlich untersucht», sagte Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Eine erste Kontrolle der Tiere vor dem Abtransport hat ergeben, dass alle Pferde transportfähig sind und somit keine Sofortmassnahmen ergriffen werden mussten. Das teilte das Thurgauer Veterinäramt mit. Die restlichen Tiere – rund 100 Schweine, 50 Rinder, ein Dutzend Schafe, drei Ziegen und einige Lamas – waren bereits früher am Tag evakuiert worden.

Zelte für die vorübergehende Unterbringung

In der Kaserne Sand im Kanton Bern können rund 80 Pferde untergebracht werden. Damit die zusätzlichen Tiere Platz haben, werden Zelte aufgestellt. Dort erhalten die Armeepferde vorübergehend Unterschlupf. «Unsere Pferde sind sich an die Zelte gewohnt. Das ist für ein paar Tage kein Problem für sie», so Oberst Jürg Liechti vom Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere.

Die Pferde aus Hefenhofen werden getrennt von den Armeetieren in Stallungen platziert. Sie sollen «so oft es geht auf die Weide gelassen werden und sich richtig wohl fühlen», so Liechti.

Die Vorgeschichte:

  • Vergangene Woche wurde durch Medienberichte publik, dass auf dem Hof eines Pferdezüchters in Hefenhofen (TG) Pferde verendet waren.
  • Eine am Freitag eingesetzte Task Force beschloss am Montag, so rasch als möglich einzuschreiten. Am Dienstagmorgen war bereits der gesamte Hof abgeriegelt.
  • Gegen den 49-jährigen Pferdezüchter sprach das kantonale Veterinäramt ein sofortiges Tierhalteverbot aus.

Für die Betreuung der Tiere in der Kaserne Sand sind nun rund 20 Personen im Einsatz. «Für uns ist es ein Ernstfall und in diesem Mass ein aussergewöhnlicher Fall», sagt Jürg Liechti. Dafür müsse der Tagesplan umgestellt werden. Rund 90 Pferde zusätzlich bedeute ein grosser Aufwand: Füttern, auf die Weide führen, Weide und Boxen misten.

Zahlreiche Angebote zur Aufnahme der Pferde

Wie lange die Pferde in der Kaserne Sand bleiben, ist noch unklar. Die Behörden gehen von einem Zeithorizont von zehn Tagen aus. «Für die Pferde haben wir in den vergangenen Tagen unzählige Angebote für Plätze erhalten», erklärte der Leiter des Thurgauer Veterinäramtes. Für die Nutztiere würden geeignete Viehhändler gesucht und für die Lamas ein spezialisierter Betrieb.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    250 Tiere, die so erbärmlich gehalten wurden über mind. 10 Jahre - wie kann es sein, dass das passieren konnte? Bei dieser hohen Zahl müssen doch Käufer, Metzger, Lieferanten, ja, die ganze Umgebung Kenntnis davon gehabt haben. Da dieser Mann Pferde gezüchtet hat, muss doch die Situation in diesen Kreisen bekannt gewesen sein. Auch wenn er den Betrieb verlottern liess, musste doch ein Minimum gearbeitet werden, was er niemals allein tun konnte. Hatte er Leute beschäftigt, die dazu schwiegen?
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  • Kommentar von erna schneider (erna's)
    Hinter dem Skandal steckt doch sicher noch irgend eine Billig-Fleisch-Mafia. SRF bitte recherchieren. Für irgend wen hat dieser Bauer diese Tiere gezüchtet aber bestimmt nicht für den legalen Verkauf, solche Tiere kauft kein Pferdehalter.
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    1. Antwort von P. Gemperle (PGT)
      Frau Schneider, ich glaube das SRF entspricht ihrem Wunsch kaum. Habe es auch versucht betreffend Subventionen. Hat sich nichts getan. Der Tierquäler hat aber früher geschäftet mit dem Bund. Heute las ich jedoch in einer Tageszeitung " Ende 2008 habe das Geschäftsverhältnis geendet. Damals habe der Veterinärdienst der Armee den Hof inspiziert und erklärt, die Pferdehaltung entspreche den Tierschutzbestimmungen in keiner Weise". Nur die Instanzen von Gemeinde und Kanton haben nichts gesehen.
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  • Kommentar von Sina Meier (sinaa79)
    Liebe Medien, liebe Öffentlichkeitsarbeitende Vor 2 Wochen fasste man den Kettensägenmann. Das Volk war sehr betroffen, nahm Anteil und durch Hinweise der Bevölkerung wurde er verhaftet. Zwei Wochen später, wird nichts mehr darüber berichtet. Jetzt hat die Bevölkerung am Fall vom Tierquäler Hefenhofen sehr Anteil genommen und dazu beigetragen, dass es zur Verhaftung kam. Werden wir auch dieses Mal nichts mehr hören? Wenn ja, braucht gar nicht erst darüber berichtet zu werden, Danke
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    1. Antwort von Joel Busch (Joel)
      Meine Güte, legen Sie etwas Geduld an den Tag. Wenn was neues passiert zum Beispiel der Gerichtstermin, dann werden wir schon wieder davon erfahren. Was sollen sie denn schreiben, "der Kettensägentäter ist weiterhin in Gewahrsam, die Staatsanwaltschaft ist im Begriff die Anklageschrift zu verfassen"? Wäre wohl nicht sehr nützlich. Dann rufen alle das sei Geldverschwendung und hätten auch noch Recht.
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    2. Antwort von Sina Meier (sinaa79)
      @Joel Busch Mich würde beispielsweise interessieren wie er nach Thalwil kam, Zug, Auto oder zu Fuss? Was er dort wollte? Ebenfalls, ob er im Wahn gehandelt hat oder geplant überlegt. So viel Info sollte nach 2 Wochen möglich sein und bedarf keinem Gerichtstermin. Was den Tierquäler anbelangt ist das auch bald ad acta gelegt, ich schätze mal, schon am Freitag ist alles vergessen, für immer. Berichtet wird nie mehr werden, weder über den Kettensägenmann, noch über den Tierquäler...
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