«Nicht versicherte Risikosportler sind die Ausnahme»

Wenn ein Feriengast aus dem Ausland einen Unfall hat und nicht genügend versichert ist, dann müssen die Gemeinden die Spitalkosten tragen. Solche Fälle seien die Ausnahmen. Trotzdem seien sie natürlich ärgerlich, findet Beat Tinner von der Vereinigung St. Galler Gemeindepräsidenten.

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Bildlegende: Ausländischer Hobbysportler können für die Gastgemeinde teuer werden. Keystone

Ein Beispiel aus der Gemeinde Wartau vor einigen Jahren: Eine Person verirrt sich auf der Autobahn und wird von der Polizei auf dem Gemeindegebiet von Wartau aufgegriffen. Weil diese Person aus dem Ausland ist und keine Versicherung hat, muss die Gemeinde für den Polizei-Einsatz aufkommen.

Das sei aber ein Einzelfall und habe die Gemeinde finanziell nicht allzu fest belastet. «Wenn wir all unsere Sozialkosten anschauen, dann ist das ein kleiner Teil». Und trotzdem sei jeder Fall ärgerlich, findet Beat Tinner. Er ist nicht nur Gemeindepräsident von Wartau, sondern auch Präsident der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten.

Noch kein Handlungsbedarf

Dieses Thema sei unter den Gemeindepräsidenten noch nie diskutiert worden. Da es sich bis jetzt um Einzelfälle handle, sei dies noch nicht nötig geworden. In der letzten Woche machte der Fall eines Basejumpers Schlagzeilen. Der Österreicher war nicht genügend versichert. So musste die Gemeinde Walenstadt die Spitalkosten übernehmen.

Im Kanton Graubünden gab es 2013 10 Fälle, in welchen Gemeinden für ihre ausländischen Feriengäste Spital- und Rettungskosten übernehmen mussten.

Der Gemeindepräsident von Pontresina, Martin Aebli, findet dieses System unglücklich: «Wenn ich ins Ausland gehe und einen Sport betreibe, dann schaue ich auch, dass ich genügend versichert bin».

Solange es Einzelfälle bleiben, sieht er sich aber nicht gezwungen aktiv zu werden. Jede Massnahme würde ein Kontrollaufwand bedeuten und die Gemeinde am Schluss auch wieder Geld kosten, meint er.