Romanshorner wollen Sonnenenergie tanken

Als erste Thurgauer Stadt stimmt Romanshorn über eine Initiative ab, die mehr Solarflächen auf dem Gemeindegebiet verlangt. Bei den Stadtbehörden kommt der Vorschlag schlecht an.

Haus mit Fotovoltaik-Modulen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: An der Fassade dieses Hauses in Romanshorn wurden 2012 Fotovoltaik-Module installiert. SRF

Bis in zehn Jahren soll auf dem Gebiet der Thurgauer Gemeinde Romanshorn die Anzahl der Solaranlagen massiv erhöht werden. Eine Volksinitiative verlangt als Richtziel zehn Quadratmeter Solarfläche pro Einwohner. Vorausgesetzt die Stadt Romanshorn wächst wie angenommen, entspräche dies im Jahr 2025 einer Gesamtfläche von 125'000 Quadratmetern.

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Es geht auch um Wahlkampf

Hinter der Initiative steht der Thurgauer Nationalrat Thomas Böhni (GLP). Er hat in fünf Städten die «Solar-Initiative» mitinitiert. In Romanshorn wird im März darüber abgestimmt, in Amriswil voraussichtlich im Juni. In Weinfelden und Frauenfeld ist der Termin noch offen. In Kreuzlingen werden noch Unterschriften gesammelt.

Hinter der Inititative steht ein überparteiliches Komitee, das sich aus Privaten und Politikern der Grünen, der SP und der CVP zusammensetzt. «Wir wollen mit der Vorlage ein Zeichen setzen», sagt Markus Bösch vom Initiativkomitee gegenüber Radio SRF. Ihnen sei klar, dass die Vorgabe eine Herausforderung sei. «Dazu braucht es kreative Lösungsansätze», sagt Bösch.

Für den Stadtrat geht die Vorgabe zu weit. Er empfiehlt die Vorlage zur Ablehnung. «Insbesondere stört sich der Stadtrat daran, dass letztlich die Stadt Romanshorn in der Pflicht steht», erklärt der verantwortliche Stadtrat Patrik Fink. Sollten nämlich nicht genügend private Investoren und Hauseigentümer für den Bau von Solarflächen gefunden werden, müsste die Stadt einspringen. Laut Berechnung könnte das die öffentlichen Hand bis zu 40 Millionen Franken kosten.