St.Gallen-Bodensee Tourismus Schwarzpeterspiel zwischen Kanton und Tourismus

Der St. Galler Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann weist den Vorwurf zurück, der Kanton mache beim Thema «Tourismus» nicht vorwärts. Auch die Tourismusregionen seien Schuld daran, dass man sich nicht einigen könne.

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Bildlegende: Luftbild aufgenommen über Altstätten mit Blick zum Bodensee. Keystone

SRF: Der Kanton sieht sich mit den Vorwürfen konfrontiert, dass es nicht vorwärts gehe mit der Neuausrichtung der vier Tourismusorganisationen und auch mit den Leistungsvereinbarungen lasse sich der Kanton zu viel Zeit.

Regierungsrat Damann: Aus Sicht der Kritiker mag das schon stimmen, dass wir etwas langsam sind, aber ich glaube, auch die Destinationen sind mitverantwortlich. Dann sind auch die beiden Kantone Thurgau und Ausserrhoden ausgestiegen, worauf wir das Projekt für die Neuorganisation nochmal aufgleisen mussten. Und die Leistungsvereinbarungen sind noch nicht ausgehandelt, weil wir noch nicht wissen, wohin es gehen soll.

Warum ist eine engere Zusammenarbeit der vier St. Galler Tourismusdestinationen so wichtig?

Ich bin überzeugt, dass im heutigen Tourismus kleine, punktuelle Angebote keine Chance haben. Wir müssen uns nach aussen gemeinsam vermarkten, was nicht heisst, dass nicht jede Destination ihre Eigenständigkeit behält. Gerade im internationalen Mark ist eine grössere Einheit wichtig.

Und was ist konkret das Problem bei der Zusammenarbeit?

Die Ansichten der Destinationen sind sehr unterschiedlich, in welche Richtung man sich entwickeln soll. Das kann ich teilweise auch nachvollziehen. Aber ich glaube auch, dass die Destinationen zu wenig erkennen, dass wir ein Gebiet vermarkten müssen und nicht die einzelnen Ortschaften. Da ziehen die Destinationen schon nicht am selben Strick.

Frank Bumann, der Leiter von St. Gallen-Bodensee Tourismus hat letzte Woche überraschend die Kündigung eingereicht. Wäre das nicht eine Gelegenheit, reinen Tisch zu machen?

Da fragen sie den Falschen. Ich bin der Meinung, dass die Präsidenten der Destinationen die Köpfe zusammenstecken sollten. Wir haben ja auch einen Abgang im Heidiland. Wenn die beiden Destinationen vielleicht einen gemeinsamen Direktor anstellen würden, wären wir schon ein grossen Schritt weiter.

«  Oberstes Ziel wäre eine gemeinsame Leitung für alle Tourismusdestinationen. »

Bruno Damann
Regierungsrat

Was fordern Sie konkret von den vier Tourismusdestinationen?

Dass man das Projekt voran bringt und eine Neuorganisation aufbaut. Dann sind wir auch sofort bereit neue Leistungsvereinbarungen auszuhandeln. Das oberste Ziel wäre, dass mindestens Toggenburg, Heidiland und St. Gallen-Bodensee einen gewissen Zusammenschluss machen und es nur noch eine Leitung gibt.

Das Gespräch führte Markus Wehrli.