«Sexting» nimmt auch in Ausserrhoden zu

Jugendliche versenden per Handy Bilder, auf denen sie nackt zu sehen sind. Vielleicht als Liebesbeweis gedacht, kann die Sache böse enden. Nämlich dann, wenn der Empfänger das Bild an andere weiterschickt. Die Opfer werden unter Umständen erpressbar.

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Bildlegende: Statistiken der Kantonspolizeien: Je urbaner und grösser der Kanton, umso mehr sexuelle Straftaten werden begangen. Colourbox / Daten: Kapo ar/ai/gl/tg/sg

Das Phänomen ist in der ganzen Schweiz verbreitet: Jugendliche versenden erotische Bilder von sich selbst - an den Freund oder die Freundin. Oder an jemanden, den man anhimmelt. Ist das Nacktbild aber einmal versendet, ist es nicht mehr kontrollierbar. Und kann in falsche Hände geraten.

Schüler werden erpressbar

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden sind Fälle bekannt, wo die Nacktbilder eines Mädchens am Schluss ausgedruckt in der Schule hingen. «Schlimmer ist es, wenn die Opfer erpresst werden. Von denen, die das Bild erhalten haben und Geld verlangen, damit sie es nicht weiter missbrauchen», sagt Philipp Koch, Chef der Ausserrhoder Kriminalpolizei.

Erschwerend ist, wenn die Bilder pornographisch sind und von Minderjährigen stammen, die sich selbst fotografierten. Dann machen sie sich unweigerlich der Verbreitung pornographischen Materials mit Minderjährigen schuldig - ein Offizialdelikt, das die Polizei ahnden muss.

«Meist sind sich die Jugendlichen gar nicht bewusst, dass sie gegen das Gesetz verstossen», sagt Koch. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden haben die Fälle von Sexting, die gegen das Pornographiegesetz verstossen oder in deren Zusammenhang es zu Erpressungen gekommen ist, 2013 um zehn Prozent zugenommen.

Straftaten gegen die Sexuelle Integrität

20092010201120122013
SG289245265219236
TG187123157183178
GL1315123117
AR3329283041
AI161375