«Sie werden kaum je ein normales Leben führen»

Die beiden Buben, die von ihren Vätern mehrfach vergewaltigt wurden, leiden heute noch unter den Folgen des sexuellen Missbrauchs. Dass sie jemals wieder ein «normales» Leben führen könnten, bezweifelt Elisabeth Rietmann von der Opferhilfe Thurgau.

Zwei Frauen auf einem Sofa. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Monika Egli-Alge (links) arbeitet mit Tätern, Elisabeth Rietmann mit Opfern. SRF

Wichtig sei es, dass die beiden Knaben, heute 12 und 13 Jahre alt, eine Struktur in ihrem Leben und ein starkes Umfeld hätten. Dass sie aber auch in Zukunft immer wieder von den Geschehnissen der Vergangenheit eingeholt werden, sei wahrscheinlich, so Rietmann.

Monika Egli-Alge, vom Forensischen Institut Ostschweiz, arbeitet mit Tätern. Und für diese gelte ähnliches wie für die Opfer: Auch sie bräuchten Strukturen, und vor allem: «Sie müssen sich mit ihren Taten auseinander-setzen», nur so würden sie sich je im Alltag zurechtfinden.

Dass die beiden Buben, die beim Missbrauch sechs respektive sieben Jahre alt waren, mit ihren Vätern je wieder ein einigermassen «normales» Verhältnis haben werden, glauben die beiden Therapeutinnen nicht. Und sie halten es im Gespräch in der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1 auch nicht für ratsam, dass sich Opfer und Täter in naher Zukunft treffen.