St. Gallen zügelt Heidiland ab

Das Angebot in der Region Flumserberg im Kanton St. Gallen soll massiv ausgebaut werden. In Tannenboden über dem Walensee soll eine Heidi-Erlebniswelt entstehen, südwestlich der «echten Heidialp» im bündnerischen Maienfeld. Geplant sind auch zwei neue Hotels und ein Ausbau der Bergbahnen.

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Heidi gegen Heidi

7:17 min, aus Schweiz aktuell vom 15.3.2016

Heidi hier, Heidi dort: Das Mädchen von der Alp soll künftig nicht nur in Maienfeld GR Touristen anlocken, sondern auch am Flumserberg. Mit dem Heidi-Erlebnispark über dem Walensee als Ergänzung zum Heididorf will Heidiland Tourismus internationale Märkte erschliessen.

Das Heididorf in Maienfeld GR wirbt mit dem Slogan «Das einzige Original auf der Welt». Jedes Jahr besichtigen rund 70 000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt Heidis Alphütte im beschaulichen Heididorf.

St. Gallen kann und will auch

Nun will auch der Kanton St. Gallen zusammen mit den Bergbahnen Flumserberg von der Marke Heidi profitieren. In Tannenboden über dem Walensee wollen sie eine Heidi-Erlebniswelt errichten. Damit könnten Synergien zum Heididorf in Maienfeld GR genutzt werden, sagte Peter Kuratli vom St. Galler Amt für Wirtschaft am Dienstag vor den Medien. Ziel sei es, 200 000 zusätzliche Besucher anzulocken.

Hochtrabende Ziele

Angesichts der aktuellen Statistiken ein frommer Wunsch: Im Jahr 2015 lag die Zahl der Übernachtungen im Kanton St. Gallen sechs Prozent unter dem Vorjahr. Es sei das schlechteste Ergebnis seit 1992, so Kuratli. Am stärksten betroffen sind die Tourismusdestinationen Toggenburg und Heidiland.

«Auf keinen Fall wollen wir aber eine Konkurrenz zum bestehenden Heididorf sein», sagte Kuratli auf Anfrage. Die Heidi-Erlebniswelt will die Alp-Landwirtschaft erlebbar machen. Das Projekt sieht neben der Talstation der Maschgenkamm-Bahnen ein Heididorf mit einem modernen Alpbetrieb, mit Ferienhäusern, mit einem Restaurant, einem Spielplatz und einer Sennerei vor.

Heidi als Weltmarke

Max Leuener, Stadtpräsident von Maienfeld, bewertet das Projekt positiv: «Die Originalschauplätze können uns nicht genommen werden», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Vermarktungstechnisch sind sowohl Maienfeld als auch die Flumserberge unter einem Dach und zwar bei Heidiland Tourismus mit Sitz in Bad Ragaz SG. Bis 2029 hat die Heidiland Tourismus AG eine Lizenz für den Namen Heidiland. Insgesamt sind 17 Gemeinden dabei.

Skepsis bei der Heididorf AG

Hans-Jörg Müntener, der Präsident der Heididorf AG zeigt sich auf Anfrage skeptisch gegenüber dem Projekt. Man habe schon oft Konkurrenz gehabt und sei nicht beunruhigt. Denn noch handle es sich beim Projekt um eine bessere Skizze. Ausserdem komme das originale Heidi aus Maienfeld. Und Gäste, die sich auf Spuren des originalen Heidi begeben wollen, würden nach Maienfeld gehen, so Hans-Jörg Müntener.