Stadt St. Gallen erhöht das Pensionsalter

Die Angestellten der Stadt St. Gallen werden künftig erst mit 65 Jahren pensioniert, nicht mehr mit 63. Zudem wird die Pensionskasse verselbständigt, das Rentensystem reformiert und die bestehende Deckungslücke geschlossen. Das Ganze kostet 233 Millionen Franken.

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament einen entsprechenden Kredit, wie Stadtpräsident Thomas Scheitlin informierte. Das letzte Wort zur Pensionskassen-Vorlage hat das Volk. Die Abstimmung findet voraussichtlich am 9. Juni statt.

Ein Schatten eines Golfers, ein Golfball auf dem Rasen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weniger Freizeit: Die Stadtangestellten sollen später pensioniert werden. Keystone

Der Bund verlangt, dass Kantone und Städte ihre Pensionskassen bis Ende 2013 verselbständigen. Der Stadtrat will bei der städtischen Versicherungskasse gleichzeitig einen Systemwechsel vornehmen. Künftig werden die Renten nicht mehr nach dem letzten Lohn, sondern nach den einbezahlten Beiträgen berechnet.

Damit dies ältere Angestellte nicht benachteiligt, schiesst die Stadt 64,5 Millionen Franken ein. Ausserdem finanziert die Stadt mit 162,6 Millionen Franken die bestehende Unterdeckung der Pensionskasse. Weitere 26,4 Millionen Franken kostet eine Senkung des technischen Zinssatzes von 4 auf 3 Prozent.

Unterdeckung

Der Deckungsgrad der städtischen Versicherungskasse betrug im Jahr 2011 84 Prozent. Um die künftig zu erwartenden Renten zu 100 Prozent zu finanzieren, fehlten 163 Millionen Franken. Die Stadt leistete dafür eine Garantie und verzinste die Unterdeckung.

Mit der Verselbständigung erhält die Pensionskasse von der Stadt 100 Prozent des nötigen Geldes in Form einer Arbeitgeberbeitrags-Reserve. Bei gutem Börsengang könnte sich der Deckungsgrad der Pensionskasse erhöhen.