Grosser Rat Thurgau schafft neue Anlehre

Nach der Abschaffung der Anlehre hat der Bund als Ersatz eine zweijährige Attestlehre eingeführt. Die Anforderungen dafür seien für ganz schwache Schüler zu hoch, hiess es am Mittwoch im Kantonsparlament. Dieses machte den Weg frei für eine noch einfachere Ausbildung.

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Bildlegende: Die Einführung des neuen Angebots war kaum umstritten. Keystone

Langer Weg: Die «einfachere Anlehre» wurde mit einem Vorstoss im Kantonsparlament gewünscht. Mit einem ersten Vorschlag der Regierung war das Parlament jedoch nicht einverstanden. Es wies die Vorlage im vergangenen April zurück. Auch der Bund wehrte sich dagegen, weil sie gegen Bundesrecht verstosse.

Die neue Ausbildung: Für eine klare Abgrenzung zur Ausbildung des Bundes spricht man im Thurgau nun von einem «niederschwelligen Ausbildungsangebot». Als Abschluss gibt es keinen Attest, sondern eine individuelle Kompetenzbestätigung. Schwache Schüler, welche zum Beispiel handwerklich begabt sind, sollen so die Möglichkeit erhalten, ein individuelles Abschluss-Zertifikat zu erreichen.

Die Diskussion im Parlament: Die Einführung des «niederschwelligen Ausbildungsangebots» war kaum umstritten. Mehrere Kantonsräte wiesen auf die Formulierung hin, dass der Kanton eine derartige Ausbildung neu anbieten kann und nicht muss. Es müsse sich noch zeigen, ob überhaupt ein Bedürfnis bestehe. Zudem müsse man dafür sorgen, dass ein Lehrling bei ersten Schwierigkeiten beim Bundesattest nicht direkt herabgestuft werde.