Thurgauer Schulen bestimmen selber über Nutzung ihrer Schulräume

In zwei Schulhäusern in Kreuzlingen besuchen gegenwärtig 86 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe islamischen Religionsunterricht. Das ist weiterhin möglich. Der Grosse Rat erklärte am Mittwoch eine Motion Daniel Wittwers (EDU, Sitterdorf) für nicht erheblich.

Kinder lernen im Religionsunterricht alles über die Islamische Religion. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit 2010 gibt es den freiwilligen, islamischen Religionsunterricht in Kreuzlingen. Keystone

Wittwer wollte mit seiner Motion im Volksschulgesetz festschreiben, dass die Nutzung der Schulräume im Thurgau dem Religionsunterricht staatlich anerkannter Kirchen vorbehalten werde. Wittwer sagte, er wolle keine grundsätzliche Islam-Debatte vom Zaun reissen. Doch das wurde dem EDU-Mann nicht von allen Parlamentariern abgenommen.

Sprecherinnen und Sprecher unterschiedlichster politischer Couleur sagten, eine Überweisung von Wittwers Vorstoss an den Regierungsrat hätte einen unnötigen Eingriff in die Autonomie der Schulgemeinden zur Folge. Andere Kantonsräte und -rätinnen stellten die Religionsfreiheit über die Angst vor einer Islamisierung im Thurgau.

Der Regierungsrat wollte Wittwers Vorstoss nicht überwiesen haben. Die Motion wurde schliesslich mit 87 zu 25 Stimmen klar abgelehnt.