Trennung und Zweckheirat im Thurgauer Parlament

Die Fraktionen für die neue Legislatur im Thurgauer Kantonsparlament haben sich formiert. Die EVP verlässt die EDU und geht zur CVP. Grünliberale und BDP spannen zusammen.

Thurgauer Kantonsparlament Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nach den Wahlen werden die Fraktionen im Parlament neu zusammengesetzt. SRF

Die EDU hat nicht mehr viel zu melden im Thurgauer Kantonsrat. Mit ihren fünf Sitzen bildet sie zwar eine eigene Fraktion, für ein Stimmrecht in den meisten Kommissionen reicht es aber nicht. EDU-Präsident Hans Trachsel macht gute Miene zum bösen Spiel: «Wir sehen das als Chance.»

Die EVP hat der EDU nach 16 Jahren die Liebe gekündigt. Man habe in wichtigen Themen nicht die gleiche Meinung. Die EVP macht nun gemeinsame Sache mit der CVP, welche ihrerseits die GLP aus der Fraktion geworfen hat.

Die GLP machte verschiedenen Parteien Avancen. Sie blitzte überall ab. Nur die Rumpfpartei BDP mit ihren drei Sitzen blieb übrig. Als Notnagel will GLP-Präsident Robert Meyer das zwar nicht bezeichnen. Es wird beim Gespräch mit Parteiexponenten aber schnell klar, dass das für beide Parteien mehr eine Zweckheirat als eine Liebesheirat ist.

Fraktionen im Grossen Rat

Fraktion neu
Sitze
Fraktion alt
CVP/EVP
20/5
CVP/GLP
GLP/BDP
7/3
BDP
EDU
5
EDU/EVP
SVP
44
SVP
FDP
20
FDP
SP
17
SP
Grüne9Grüne