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Überschwemmung bei Wil «Wir haben gewusst, dass das wieder passieren kann»

Legende: Audio Hochwasser Wil: Massnahmen sind geplant abspielen. Laufzeit 03:42 Minuten.
03:42 min, aus Regionaljournal Ostschweiz vom 16.07.2018.

Nach einem starken Gewitter am Sonntagabend war die Autobahn A1 bei Wil wegen eines Erdrutsches zeitweise gesperrt. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im Juni 2015. Auch damals wurde die A1 überschwemmt. Bis am betroffenen Autobahnabschnitt Massnahmen getroffen werden können, dauert es noch Jahre. Klemens Müller, Projektleiter Hochwasserschutz Region Wil beim Thurgauer Amt für Umwelt, erklärt, warum nicht früher gehandelt werden kann.

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Legende:Blick auf die Autobahn A1 bei Wil im Jahr 2015 und 2018.Keystone/SRF

SRF News: Schon vor drei Jahren wurde die Autobahn bei Wil überschwemmt, nun ist das schon wieder passiert. Hat man aus den Vorfällen im 2015 nichts gelernt?

Klemens Müller: Doch, aber wir sind mit dem Projekt noch nicht so weit (Anm.: Siehe Textbox). Im Moment laufen Ausschreibungen für ein Auflagenprojekt, welches im Oktober starten soll. So, dass im Jahr 2020 die öffentliche Auflage erfolgen kann.

Müsste man, vor dem Hintergrund der aktuellen Vorkommnisse, nicht schneller tätig werden?

Bei einem solchen Grossprojekt, von dem viele Leute betroffen sind, geht das nicht. Die Betroffenen müssen die Gelegenheit haben, Einsprache zu erheben.

Es kostet schliesslich auch ein paar Franken.

Das ist ein technisch kompliziertes Projekt, das sich nicht in einer kürzeren Frist umsetzen lässt – es kostet schliesslich auch ein paar Franken.

Was ist denn das Problem am betroffenen Autobahnabschnitt?

Das Problem ist, dass der Krebsbach mehr Wasser bringt, als der Düker (Anm.: Eine Druckleitung) unter der Autobahn durchleiten kann. Wir haben diverse Bäche, die an den Hochwasserschutz angepasst werden müssen.

Das Gespräch führte Michael Ulmann.

Hochwasserschutzprojekt Wil

Um Überschwemmungen der Autobahn A1 bei Wil künftig zu verhindern, wurden verschiedene Massnahmen erarbeitet. Für rund 27 Millionen Franken soll unter anderem ein zweiter Düker (Anm.: Eine Druckleitung) unter der Autobahn gebaut werden. Mehrere Bäche sollen vergrössert und wenn möglich in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt werden. Federführend beim Projekt ist der Kanton Thurgau.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Hubatka (Michael Hubatka)
    Problematisch ist es, dass so viele Parteien beteiligt sind bzw. werden sollen/wollen/müssen. Es ist nicht zu leugnen, dass Extremwetterereignisse zunehmen. Die Kosten für den neuen Düker und Co. sind deutlich tiefer als die Kosten, die entstehen würden, wenn der Krebsbach all die umliegenden Grundstücke und Keller überfluten würde... Ich hoffe, es braucht nicht noch ein weiteres Unwetter bis alle Beteiligten einsehen, dass dieses Projekt zeitnah realisiert werden muss.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Jetzt weiss ich warum in der Schweiz so viele SUV's verkauft werden!! Da ja nach einem Regen selbst auf der Autobahn nur noch mit 4x4 ein Weiterkommen möglich ist!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Ja die "Bundes-Amtsmühlen" mahlen immer langsamer! Bei wiederholten Schadenfällen ohne das Massnahmen ergriffen werden, würde bei jedem "Privaten" die Versicherung zum "Regress" schreiten!
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