Verkehrsplage bleibt in Frauenfeld

Der Bund beteiligt sich nicht an einer Lösung um Frauenfeld vom Verkehr zu entlasten. Die Stadt und der Kanton Thurgau gehen davon aus, dass die nächsten 15 bis 20 Jahre keine Entlastung umgesetzt werden kann. Allerdings suchen sie nach Lösungen.

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Bildlegende: Die Zürcherstrasse in Frauenfeld ist mit über 25'000 Fahrzeugen die am stärksten befahrene Kantonsstrasse. zvg

Der Bund zahlt nicht an den geplanten Frauenfelder Entlastungstunnel, welcher Kosten von rund 250 Millionen verursachen würde. Stadt und Kanton suchen nun nach Entlastungsmöglichkeiten, wie sie am Donnerstag in Frauenfeld mitteilten.

Das geplante Tunnel-Projekt sei mit Kosten von 200 bis 290 Millionen Franken im Vergleich zu ihrem Nutzen zu teuer, meint der Bund. Die Frauenfelder Stadtentlastung erhielt im Agglomerationsprogramm des Bundes deshalb nur Priorität C. Das heisst, es gibt kein Geld aus der Sonderfinanzierung.

Abwarten und Tee trinken?

Ohne Geld vom Bund werde es keine Entlastungsstrasse geben, sagten derFrauenfelder Stadtammann Carlo Parolari und der Thurgauer Baudirektor Jakob Stark. «Bis zum Jahr 2030 passiert gar nichts. Wir sind enttäuscht.»

Nun wollen sie prüfen, ob eine kleinräumige Umfahrung mit Kosten von höchstens 80 Millionen Franken realisierbar wäre. Zudem sollen der Bahnhof, die Innenstadt und das Quartier Langdorf vom Verkehr entlastet werden.

Die Thurgauer Hauptstadt will das Zentrum seit vielen Jahren vom Verkehr entlasten. 2007 lehnten die Frauenfelder Stimmberechtigten eine Innenstadt-Tangente «F21» jedoch ab, weil sie befürchteten, dass der Verkehr sich in Wohngebiete verlagern würde.