Weniger Wegweisungen in St. Gallen

Die St. Galler Stadtpolizei hat im letzten Jahr 819 Wegweisungen und Fernhaltungen ausgesprochen – fast 150 weniger als im Jahr zuvor. Vermutlich sei die Konzentration auf Einbrüche ein Grund dafür, schreibt die Polizei.

Zwei Polizisten blicken in eine Gasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Polizei spricht weniger Wegweisungen aus - auch, weil sie offenbar weniger Zeit dafür hatte. Keystone

Zum ersten Mal seit der Einführung des Wegweisungsartikels im Jahr 2006 ist die Zahl der Fälle in St. Gallen rückläufig. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres habe sich die Stadtpolizei vor allem mit der Einbruchsprävention beschäftigt, heisst es als mögliche Begründung.

Die Stadt St. Gallen war 2012 von den Medien noch als «Grossstadt der Wegweisungen» bezeichnet worden. Anlass war der Rekord von 961 Wegweisungen, welche die Stadtpolizei für 2011 gemeldet hatte - fast doppelt so viele wie 2010 (529) oder fast zwanzig Mal mehr als 2006.

Wie in den vergangenen Jahren waren auch 2012 vor allem Drogenkonsumenten und Dealer von den Wegweisungen betroffen. In 303 Fällen gab es wegen Besitzes oder Handel von Betäubungsmitteln Wegweisungen oder Fernhaltungen. In 99 Fällen schritt die Polizei wegen Bettelns ein.