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Ostschweiz Wieder mehr reuige Steuersünder in der Ostschweiz

161 Millionen Franken Schwarzgeld wurden letztes Jahr im Kanton St. Gallen deklariert. Das ist der höchste Betrag seit Einführung der straflosen Selbstanzeige im Jahr 2010. Unter anderem die Angst vor der Lockerung des Bankgeheimnisses treibt Steuersünder zur Selbstanzeige.

Steuererklärung und Rechner
Legende: Ein Mann deklarierte letztes Jahr 30 Millionen Franken. Es ist der höchste Betrag. SRF

Anzahl Selbstanzeigen in den Ostschweizer Kantonen seit 2010

2013201220112010
St. Gallen352252268624
Thurgau118109160109
Graubünden1428615268
Glarus52524163
Appenzell Ausserrhodenkeine Angabenkeine Angaben4653
Appenzell Innerrhodenkeine Angabenkeine Angabenkeine Angabenkeine Angaben

Im Vergleich zum Vorjahr sind im letzten Jahr 100 Selbstanzeigen mehr eingegangen. Der Kanton spricht von einer überraschenden Wende. «Über die Gründe können wir nur spekulieren, gehen aber davon aus, dass der zunehmende Druck auf das Bankgeheimnis und der vermehrte automatische Informationsaustausch der Länder zu mehr Selbstanzeigen führten», sagt Felix Sager, Leiter kantonales Steueramt gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF1.

Auch in den anderen Ostschweizer Kantonen kam erneut viel Schwarzgeld zum Vorschein. 131 Millionen Franken waren es im Kanton Glarus - 100 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. 99,4 Millionen Franken waren es im Kanton Graubünden.

Auffallend ist in Graubünden, dass einige der reuigen Steuersünder sehr hohe Beträge gemeldet haben. Rund die Hälfte der Nachsteuern – 4,85 Millionen Franken – stammen von nur sechs Personen. Im Kanton Thurgau wurde ein Vermögen von 51 Millionen Franken aufgedeckt.

Hält der Trend an?

Die Möglichkeit der straflosen Selbstanzeige wurde 2010 eingeführt. Einmal im Leben können sich Steuerhinterzieher selber anzeigen, ohne bestraft zu werden. Sie müssen aber die entgangenen Steuern samt Verzugszins nachbezahlen.

Die meisten Steuerämter in der Ostschweiz gehen davon aus, dass auch in Zukunft Selbstanzeigen eingehen werden. Man habe angenommen, dass die Zahl der Anzeigen abnehmen würde. Dies sei nun aber überraschenderweise nicht eingetreten, heisst es bei den Steuerverwaltungen. Der Druck auf das Schweizer Bankgeheimnis dürfte weiterhin zunehmen und Steuersünder dazu bewegen, reinen Tisch zu machen.

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