Zu hohe Beiträge für Solarstrom: Hausbesitzer wehren sich

Die Stadt Gossau im Kanton St. Gallen hat sich verrechnet. Um einen Millionenverlust zu verhindern, will sie die Verträge mit den Hausbesitzern anpassen. Diese zeigen sich überrascht.

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Protest von Solarunternehmern in Gossau SG

4:16 min, aus Schweiz aktuell vom 18.11.2013

Ruedi Aepli, Inhaber der Firma Metallbau Aepli, bringt es auf den Punkt: Vertrag sei Vertrag, in der Privatwirtschaft würden Verträge auch nicht einfach angepasst, wenn es für einen Partner nicht mehr stimme. Aepli verkauft den Strom, den er mit seiner rund 2000 Quadratmeter Solaranlage produziert an die Stadt Gossau und erhält dafür in den nächsten 25 Jahren Geld.

Den gleichen Vertrag hat Einfamilienhausbesitzer und CVP-Politiker Fredi Mosberger, Präsident des Gossauer Stadtparlaments. Er zeigt sich ebenfalls überrascht, sagt aber, er sei bereit für Gespräche.

Auch überrascht ist man beim Grossverteiler Coop. Coop betreibt zwei Solaranlagen in der Stadt Gossau und produziert rund 700'000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Ob man offen für eine allfällige Vertragsanpassung ist, könne man jetzt noch nicht sagen, erklärt Mediensprecher Markus Brunner gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz» auf SRF 1. «Wir wollen die weiteren Informationen abwarten.»