Zu wenig Wasser für die St. Galler Geothermie

Das ursprünglich geplante St. Galler Geothermieprojekt kann nicht wie erhofft durchgeführt werden. Zwar gibt es im erschlossenen Untergrund Wasser, allerdings zu wenig. Nun werden alternative Nutzungen geprüft.

Ein Borloch eines Geothermieprojekts. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zu wenig Wasser, dafür Gas: Die Verantwortlichen des St. Galler Geothermieprojekts prüfen Alternativen. Keystone

Erhofft hatten sich die Verantwortlichen des St. Galler Geothermieprojekts eine Wasserförderrate von 50 Litern pro Sekunde. Nach den durchgeführten Produktionstests aber weiss man nun: Es sind nur 5 Liter pro Sekunde - zu wenig, um das Geothermiekraftwerk so umzusetzen, wie ursprünglich erhofft und geplant. Eine ausschliessliche Förderung von heissem Wasser ist nicht möglich.

Mischnutzung wird geprüft

Unter anderem auch deshalb, weil während der Tests Gas nachgewiesen werden konnte. Etwas, das man eigentlich nicht wollte - bis Mitte Jahr aber prüft man, ob das Gas genutzt werden kann. Allerdings sei es schwierig abzuschätzen, um wie viel Gas es sich handle und ob es kontinuierlich vorhanden sei, schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Im Raum steht die Idee einer Mischnutzung. Das heisst, es soll sowohl Wasser als auch Gas gefördert werden.

Bund könnte einen Teil der Kosten übernehmen

Geprüft wird auch, ob die Erdwärme mittels einer Wärmesonde genutzt werden könnte. Hierfür müssten keine weiteren Bohrungen durchgeführt werden, das vorhandene Bohrloch würde ausreichen.

Bis jetzt wurden 40 Millionen Franken in das Geothermieprojekt investiert. Weil nun aber zu wenig Wasser vorhanden ist und das Projekt nicht wie gewünscht abgeschlossen werden kann, könnte die Garantie des Bundes greifen. Diese beträgt 50 Prozent der Bohrkosten, maximal aber 24 Millionen Franken.