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40 Jahre Regionaljournal 26 Jahre rot-grünes Bern: «Betriebs-Unfall» wird zur Regel

1992 knackt Links-Grün-Mitte die bürgerliche Mehrheit in Bern. Heute sind viele grosse Schweizer Städte rot-grün regiert. Warum?

Es ist der 6. Dezember 1992. Die Schweiz sagt Nein zum EWR. Und in Bern verlieren die Bürgerlichen die Mehrheit in der Stadtregierung. Ein Bündnis aus Rot-Grün-Mitte punktet und gibt die Macht seither nicht mehr ab.

26 Jahre Rot-grüne Herrschaft in Bern. Das hat Spuren hinterlassen in der Stadt. Der Bundesplatz ist kein Parkplatz mehr, ein Wasserspiel lockt im Sommer Kinder und Touristen an. Die Berner fahren Velo statt Auto. Die Quartiere werden verkehrsberuhigt. Bern gilt heute als Hochburg des Langsamverkehrs. «Bern hat für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner viel getan», sagt die ehemalige Gemeinderätin Therese Frösch.

Nach mageren Jahren sind mittlerweile auch die Stadtfinanzen im Lot. Das sei nicht nur ein Verdienst von Rot-Grün, finden bürgerliche Politiker wie der FDP-Mann Adrian Haas. In der Wirtschaft laufe es wieder besser, die Stadt nehme mehr Steuern ein. «Jetzt wäre eine Steuersenkung fällig.» Doch die Bürgerlichen laufen mit dieser Forderung regelmässig auf.

Der Siegeszug von Rot-Grün in den grössten Schweizer Städten ist für Politologe Michael Hermann keine Überraschung. Die Politik nehme auf, was die Bevölkerung wünsche und das wiederum locke neue Bewohnerinnen und Bewohner an, die rot-grün denken. Der «Betriebsunfall» Rot-Grün hat für ihn auch nicht zwingend ein Ablaufdatum.

Legende: Video Archiv: Wahlen in Bern 1992 abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 12.07.2018.

SRF 1, Regionaljournal, 06:32/17:30 Uhr

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