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40 Jahre Regionaljournal Attentat schockierte Zug und die Welt

Der schwarze Herbst 2001 bleibt unvergessen: 9/11 und zwei Wochen später das Attentat in Zug. Ein bewaffneter Mann stürmte das Regierungsgebäude und schoss während der laufenden Kantonsratssession um sich.

Ich wartete, bis ich dran bin.
Autor: Manuela Weichelt-PicardHeutige Zuger Regierungspräsidentin

Im Kugelhagel starben drei Mitglieder der Regierung und 11 Kantonsräte und Kantonsrätinnen. 18 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt. Der Täter, der 57-jährige Friedrich Leibacher, war im Clinch mit Behörden und Justiz. Er richtete sich am Tatort selbst.

Die heutige Zuger Regierungspräsidentin, Frau Landammann Manuela Weichelt-Picard überlebte das Attentat. Die damalige Kantonsrätin hatte den Täter unmittelbar vor sich. «Ich entschied, nicht aus dem Fenster zu springen, sondern legte mich wieder hin und wartete bis ich dran bin». Sie überlebte traumatisiert die Bluttat.

Heute hat sie das Attentat verarbeitet, aber es hat sie und ihre Politik verändert. «Man kann in der Sache hart diskutieren, aber dem Gegenüber versuche ich immer Wertschätzung entgegenzubringen.»

Folgen für die Schweiz

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Sicherheit: Als Folge des Attentats wurden in vielen Schweizer Parlamentsgebäuden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft oder erst veranlasst. Heute gehören im Bundeshaus und in den meisten Regierungsgebäuden Sicherheitsschleusen, Metalldetektoren und während den Sessionen Polizeipräsenz zum Standard.
Ombudsstellen: , Link öffnet in einem neuen FensterBereits vor dem Zuger Attentat gab es Ombudsstellen, beispielsweise in Zürich oder Basel. Das Ereignis in Zug löste Anstrengungen auch in anderen Kantonen und Städten aus. Die Umsetzung scheiterte teilweise, weil der Nutzen in Frage gestellt wird oder aus Kostengründen. Die Ombudsstellen vermitteln in Konfliktsituationen zwischen Bürgern und Verwaltung/Behörden.
Bedrohungsmanagement: In immer mehr Kantonen setzt die Polizei auf das Bedrohungsmanagement. Potenziell gefährliche Personen werden in polizeilichen Datenbanken registriert und beobachtet. Die Polizei kann einen Gefährder aufsuchen, schätzt dessen Risiko ein – und zeigt ihm die «rote Linie» auf.

Zug gedenkt jedes Jahr am 27. September den Opfern des Attentats. Die Kirchenglocken läuten und es findet eine ökumenische Andacht statt.

SRF 1, Regionaljournal, 06:32 Uhr

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