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40 Jahre Regionaljournal «Essen ohne Rauch ist eine Verbesserung des Komforts»

In der ganzen Schweiz tobte in den Nullerjahren ein Kampf um die Aschenbecher in Beizen und Pubs. Die Debatte in Zürich stand besonders im Fokus, sollte doch im wirtschaftlich bedeutungsvollen Kanton eine der strengsten Raucherregelungen gelten.

Linke und rechte Politiker wehrten sich im Namen von Freiheit und Toleranz gegen einen grosszügigen Nichtraucherschutz, die Wirte argumentierten mit unternehmerischer Freiheit und prophezeiten den Tod vieler Restaurants, sollte ein Rauchverbot eingeführt werden.

Ernst Bachmann, Wirt im Restaurant Muggenbühl und Präsident von Gastro Zürich.
Legende: «Man kann ja auch gescheiter werden», sagt heute Ernst Bachmann, Wirt im Restaurant Muggenbühl und Präsident von Gastro Zürich. SRF

Am 28. September 2008 sagte die Zürcher Stimmbevölkerung schliesslich Ja zu einer Initiative der Zürcher Lungenliga, die ein generelles Rauchverbot in Restaurants forderte. Rauchen ist nur noch in abgetrennten Fumoirs erlaubt.

Es geht allen besser – ohne Aschenbecher

Knapp zwei Jahre später wurde die Initiative umgesetzt. Am 1. Mai 2010 verzog sich der Rauch aus Zürcher Gaststuben, die feurige Debatte erlosch bald darauf. Denn es zeigte sich, mit dem Rauchverbot geht es allen besser: Den Angestellten in den Gastrobetrieben, den Gästen – und auch für die Wirte ging die Rechnung auf.

Legende: Video Das Rauchverbot kommt an abspielen. Laufzeit 00:47 Minuten.
Aus News-Clip vom 06.08.2018.

Heute wünscht sich niemand mehr die alten, verrauchten Zeiten zurück. Sogar der oberste Zürcher Wirt, Ernst Bachmann, meint heute, Essen ohne Rauchen sei komfortabler.

Otto Brändli, Lungenarzt und Ehrenpräsident der Zürcher Lunge (ehemals Lungenliga)
Legende: Hat mit seinem Kampf gegen das Passivrauchen mehr Leben gerettet als in seiner Praxis, sagt Lungenarzt Otto Brändli. zvg

Und auch für Otto Brändli, Lungenarzt und damals Präsident der Zürcher Lungenliga hat sich der Kampf gelohnt, Untersuchungen zeigen: In den Jahren nach dem Rauchverbot wurden weniger Herz- und Lungenkranke registriert, die Zahl der Herzinfarkte hat abgenommen.

SRF 1, Regionaljournal, 17:30 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Stimmt schon, allerdings schaden solche radikalen Verbote mehr als sie nützen. So kann ich eine ganze Liste von Restaurants aufzählen die dicht machen mussten, nur weil ein paar weltfremde Gut-Politiker ihren Traum vom Lala-Lula Land nicht aus ihrem Kopf bekommen. Wie bitte solle eine Hafenkneipe in Basel, die nie von Nichtrauchern besucht wurde den Arbeitern klar machen, sie sollen gefälligst nicht rauchen? Die "Freiheit" welche die Schweiz hier präsentiert macht die Wirtschaft(en) kaputt!
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  • Kommentar von Maria Jenzer (M. Jenzer)
    .. Urs Haller, das Rauchen hat klar einen grossen negativen Einfluss auf unsere Gesundheit. Wenn jede/r Schweizer Bürgerin und Bürger über Fr. 10'000.- pro Jahr solidarisch an die Gesundheitskosten in der Schweiz bezahlen muss - ob es ihm passt oder nicht, können sich die über 20 Prozent der Raucher/innen nicht über diese Wahrheit hinwegsetzen. Und nicht nach dem Motto: Meine Rauchfreiheit kommt zuerst und die anderen sollen bitte die Zeche bezahlen.. ?!
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    1. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Wir zahlen schon so viel zu viel. Sie merken gar nicht wohin die Gelder wirklich fliessen. Mit einer erneuten Erhöhung änderte sich gar nichts, ausser das die Kassen der Mitverdiener, Trittbrettfahrer, Politiker und Bonzen noch voller werden. Anstatt uns gegenseitig fertig zu machen, sollten wir zusammenstehen und diesem Unding den Garaus machen!
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  • Kommentar von Urs Haller (Falcone)
    Mag sein dass ein Rauchverbot in Restaurants zu einer Verbesserung geführt hat. Aber in diesem Verbot sind auch unter anderem Bars ausgeliefert und dort wird nun mal Alkohol am meisten konsumiert und da sind die Raucher in der Überzahl. Bin seit über 20 Jahren in diesem Buisness tätig. Für die Nachtmenschen ist das Rauchverbot alles andere als eine tolle Sache. Dieses "ewig" Leben wollen und Gesundheitswahn macht mir Angst . Niemand MUSS in eine Bar , Club mit Rauch. Das ist Freiheit und Leben!
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    1. Antwort von u. Felber (Keule)
      Das mit den Bars, da haben sie zu 100% recht. Jede Raucherbar wirft mehr Umsatz ab als eine Nichtraucher Bar. Gut geführt muss sie aber trotzdem noch werden. Beim restaurant dagegen sieht es gerade umgekehrt aus, beim Essen zu rauchen ist einfach eine Sauerei und Respektlosigkeit.
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    2. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Tja, da sieht man wie unmündig viele Schweizer sind. Das ist dem Staat aber durchaus willkommen, so kann man die Leute besser kontrollieren und lenken. Frei nach Kant: Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
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