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40 Jahre Regionaljournal Lawinenwinter 1999 im Goms: Rennen gegen Zeit, Furcht und Wetter

Februar 1999: Es schneit unaufhörlich. Der Lawinenwinter nimmt seinen Lauf. Spektakulär war die Evakuation des Goms (VS). Der Auftakt eines Jahres, das als Katastrophenjahr in die Geschichte einging.

Das Unheil begann Anfangs Februar im Berner Oberland. Eine Staublawine riss ein Restaurant am Dorfrand von Wengen weg und forderte die ersten zwei Todesopfer eines denkwürdigen Lawinenwinters. Dutzende von Tälern und Ortschaften im Berner Oberland und im Kanton Wallis waren von der Aussenwelt abgeschnitten.

Innert Tagen gingen Dutzende von Lawinen nieder, oft von nie erlebter Wucht und Grösse. Im Goms zum Beispiel flüchteten Feriengäste in Kirchen oder Gemeindesäle. In Geschinen starb ein alter Mann in seinem Haus, das er nicht verlassen wollte. In Evolène im Unterwallis verschüttete eine Lawine fünf Chalets und forderte 10 Todesopfer.

In dieser Zeit der Furcht und der Anspannung ist der 24. Februar 1999 ein besonderer Tag. Endlich bessert das Wetter für wenige Stunden. Hunderte Touristen können endlich aus dem Goms ausgeflogen werden. Der Parkplatz der Eggishornbahn in Fiesch glich einem Kriegsflugplatz. Die Helikopter starteten und landeten im Minutentakt.

Nach dem Lawinenwinter zog man die Konsequenzen

In den Tälern wurden seitdem die Schutzbauten, Dämme und Lawinenkanäle massiv verstärkt. Die Krisenstäbe sind viel besser vorbereitet, zudem kann man heute Lawinen sprengen, bevor sie Unheil anrichten. Die Massnahmen haben sich seither bewährt, sagt Gerhard Kiechler. Er war 1999 Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Münster und Teil des Krisenstabes. Heute ist Kiechler Präsident der neuen Gemeinde Goms mit ihren 13 Dörfern.

Kaum war der Lawinenwinter überstanden, folgte als Folge davon vor allem im Kanton Bern ein Jahrhundert-Hochwasser. Aber damit nicht genug. Im Sommer forderte das Canyoning-Unglück am Saxetbach oberhalb von Interlaken 21 Opfer. Und Ende Dezember 1999 verwüstete der Orkan «Lothar» auch den Kanton Bern.

SRF 1, Regionaljournal, 17:30 Uhr

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