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40 Jahre Regionaljournal Vitznau und die fünf Millionen

2011 kam ein reicher Österreicher und stellte das kleine Dorf vor ein grosses Dilemma. Es wirkt noch heute nach.

Vor sieben Jahren zog der österreichische Investor Peter Pühringer (76) nach Vitznau am Vierwaldstättersee. Er brachte grosse Pläne mit. Er kaufte das Parkhotel, liess es renovieren und ausbauen.

Das Vitznauer Parkhotel am Vierwaldstättersee.
Legende: Pühringers Parkhotel: Ein Fünfsternehotel mit sechs Weinkellern und angegliederter Neuro-Privatklinik. SRF

Das freute alle in Vitznau. Eine andere Pühringer-Idee hingegen sorgte für viel Gesprächsstoff. Der neue österreichische Einwohner schenkte der Gemeinde 5 Millionen Franken. Unter der Bedingung, dass die Steuern gesenkt werden.

Im Dezember 2011 segnete die Gemeindeversammlung den Deal ab. Seither hat Vitznau an Finanzkraft zugelegt. Für Gemeindepräsident Noldi Küttel ist klar: Pühringer hat den lang ersehnten Aufschwung gebracht. «Jeder, der normal denkt, sieht, dass es unserer Gemeinde besser geht.»

Gemeindepräsident Noldi Küttel in Vitznau.
Legende: Gemeindepräsident Noldi Küttel: «Der Steuerertrag hat sich mehr als verdoppelt.» SRF

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Mit der Annahme des 5-Millionen-Geschenks habe sich die Gemeinde von Peter Pühringer abhängig gemacht, sagt etwa Thérèse Künzli. Er habe sich damit indirekt die vorbehaltlose Unterstützung für seine Projekte erkauft. Beim Gemeinderat, der alles nur noch abnicke.

Zuviel wurde es ihr, als Peter Pühringer plante, für Musikveranstaltungen eine 450 Tonnen schwere, schwimmende Bühnenplattform (die sogenannte «Seerose») vor Vitznau im See zu verankern - gerade neben Künzlis Ferienhaus.

Die Seerosen-Idee ist zwar vom Tisch. Die Frage aber bleibt, ob die Pühringer-Millionen dem kleinen Dorf am Vierwaldstättersee einfach nur Aufschwung brachten. Oder ob sie Vitznau zu sehr in Abhängigkeit versetzt haben.

SRF 1, Regionaljournal, 06:32 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Silas Räber (Silair)
    Schockierend, wenn man als Familie Künzli eine solche Ferienresidenz hat, muss das Leben schon sehr hart sein. Und dann noch das mit dieser Plattform. Sie haben mein aufrichtiges Beileid.
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  • Kommentar von Benedikt Rosenberg (Amadeus)
    Wieder mal ein Versuch von den Habsburger, sich die Innerschweiz untertan zu machen. Mal schauen, welch ein Tell sich hier hervortut.
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    1. Antwort von Felix Rothenbühler (Felix Rothenbühler)
      Naja, der Tell ist eine Sage, ein Märchen. Die Fremdenfeindlichkeit hingegen ist real. Ebenso real und nicht etwa nur ein Klischee ist die Geldgier der Schweizer. Oder zeigt diese Geschichte irgendetwas anderes?
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Der Gemeinde geht's (Steuerfuss-Senkung?) besser. Wow, dann ist ja alles in Ordnung. Grundsätzlich können die Gemeinden einen Steuerfuss aufgrund einer Vorlage annehmen oder ablehnen. Daraus entsteht nicht unbedingt eine direkte Abhängigkeit. Ein einmal gesenkter Steuerfuss kann auch wieder erhöht werden oder gar, wenn's angezeigt ist auch weiter gesenkt werden. Also wo ist den nun das Problem wirklich zu finden? Es kann ja nicht der Fall sein, dass am Steuerfuss liegt Frau Thérèse Künzli .
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