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Sommerserie Basler Farben für die Nazis

Im Badischen an der Kantonsgrenze zu Basel produzierte eine Basler Chemiefirma Farben für die Nazis. Ab 1934 war die J. R. Geigy AG offizielle Farben-Lieferantin für die NSDAP. Dieses heikle Thema hat der Basler Autor Patrick Tschan in seinem Roman «Polarrot» verarbeitet.

Legende: Audio «Auf die Verflechtungen stiess ich erst während meiner Recherchen» abspielen. Laufzeit 06:51 Minuten.
06:51 min, aus Regi BS BL vom 07.07.2015.

Ort des Geschehens war Grenzach. Hier, wo heute die BASF ihre Produktion für Kosmetika betreibt, hatte die Basler Chemiefirma J. R. Geigy AG ihre Fabrikationshallen für Farbstoffe. Und hier wurden auch die Farbstoffe Polarrot für die Hakenkreuzfahnen sowie Säurechromblau für SS-Gala-Uniformen hergestellt.

Die offizielle Berechtigung dazu stellte die Reichszeugmeisterei der NSDAP dem Geigy-Werk am 8. November 1934 aus. Wegen der speziellen Vorschriften für die Herstellung von Textilien für Parteiorganisationen war diese Genehmigung an die Auflage geknüpft, dass die Aktionäre der Geigy AG keine Juden waren. Ein Anliegen, das der Basler Farbstoff-Unternehmer Carl Koechlin umgehend beantwortete, verbunden mit der Versicherung, «dass die Aktionäre unserer Firma rein arischer Abstammung und keine Juden sind».

Dank dem Verkauf dieser Farbstoffe stieg der Umsatz der Geigy AG bis 1939 auf ein Maximum von 10,3 Millionen Franken pro Jahr.

Im Roman von Patrick Tschan ist es der Abenteurer Jacques Breiter, der zum Star-Verkäufer dieser Farben wird, allerdings heisst die Firma im Roman statt Geigy Gugy AG. Und dank seiner Beziehungen schmuggelt Breiter für einen jüdischen Textilhändler auch gleich noch Gold in die Schweiz. Dabei wird er jedoch erwischt und muss für zwei Jahre ins Gefängnis.

(Regionaljournal Sommerserie, 07:32 und 17:30 Uhr)

«Polarrot» - Das Buch

Buch

Von Patrick Tschan. Erschienen 2012 im Braumüller-Verlag, Wien.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von u.hofer, interlaken
    Das Schweizerfersehen braucht Kritik und ich kann es wirklich nicht rühmen. Aber ein Text wie man ihn auf der Webseite dieses "Dichters" finden kann, finde ich ein bisschen daneben. Hier das Tschansche Zitat: Jodle, vogle, schteistosse! Das Schweizer Fernsehen zeigt fast nur noch Schwinger, Berge und Trachten. So gebärdet sich der Sender als medialer Arm der SVP, meint der Schriftsteller Patrick Tschan
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Wow so was von aktuell!
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  • Kommentar von u.hofer, interlaken
    Sensationell! Wenn man mit der eigenen schriftstellerischen Leistung nicht ganz zufrieden ist, schustert man halt längst bekannte und abgedroschene Elemente zu einem Roman zusammen und lässt sich durch einen Journalisten, der ebenfalls ein Erfolgserlebnis haben möchte, bei SRF auflisten. Nur, ich suche die Buchkritik. Wo ist sie?
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    1. Antwort von Michael Räumelt Wirtschaftskanzlei, Zillis
      Vermute das auch der Inhalt sehr "Farblos" ist.
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    2. Antwort von SRF News
      Herr Hofer, besten Dank für Ihren kritischen Kommentar. Zur Klärung: In der Sommerserie «Literatour dör d'Schwiiz» der Regionaljournale auf Radio SRF geht es in erster Linie darum, Bücher und Orte sowie Autorinnen und Autoren vorzustellen. Ausgewachsene Buchkritiken sind nicht das Ziel. Hier aber ein Link zu einer zweiteiligen Buchbesprechung auf SRF 1 (damals noch DRS 1) aus dem Jahr 2012: http://bit.ly/1fCSgQd
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