Metzgete früher und heute Blutendes Schweineherz in Kinderhand

Wie stirbt ein Schwein? Diese Frage trieb mich als Mädchen um. Die Antwort erhielt ich in der ehemaligen «Senneria». Bis in die achtziger Jahre wurden dort Schweine geschlachtet.

Die «Senneria» finde ich heute nicht mehr. Das «Milchhüsli» musste längst weichen. Der Platz ist heute die Einfahrt zu einem Parkplatz im Dorf St. Maria. Geblieben ist meine Erinnerung an die «Metzgete».

Weisse Gummistiefel stehen in einer kleinen Blutlache. Bild in Lightbox öffnen.

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Ich habe damals ganz genau hingeschaut beim Schlachten. Die Sau wurde durch einen Bolzenschuss betäubt. Sie fiel um. Dann wurde ihr die Halsschlagader aufgeschnitten. Sie starb.

Mann füllt Würste. Bild in Lightbox öffnen.

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Das Blut, die Leber und ein Teil des Fleisches wurden zu Würsten. Die grossen Stücke wurden zerschnitten. Schinken, Speck, Filet, Koteletten: Die Sau in Stücken füllte damals die Vorratskammer der Grossfamilien.

Schweinekopf Bild in Lightbox öffnen.

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Der Schweinekopf mit den ausdruckslosen Augen des Tieres beeindruckten mich damals nachhaltig. Heute können die Dorfkinder die gleiche Erfahrung nicht mehr machen.

Anhänger mit Aufschrift "Lebende Tiere". Bild in Lightbox öffnen.

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Schon lange werden die Tiere auf der anderen Seite der Grenze in Italien oder hinter dem Ofenpass geschlachtet. Dies soll sich nun aber wieder ändern. Die Münstertaler Bauern wollen einen neuen Schlachthof bauen, um den Tieren den Transport zu ersparen - und aus wirtschaftlichen Gründen.

(SRF1, Regionaljournal 6.32/17.30 Uhr)