Der neunte Fall von Kommissär Hunkeler ist da

Hansjörg Schneider hat mit seinem Kommissär eine der bekanntesten Krimifiguren der Gegenwartsliteratur geschaffen. Heute erscheint der neunte Fall. Auch dieser Roman spielt in Basel, es geht um einen Mord im Bankenmilieu.

Gleich wie seine Romanfigur hat auch der Autor Hansjörg Schneider einen direkten Bezug zum Elsass. Zusammen mit seiner Frau bewohnte er dort während vieler Jahre ein Bauernhaus und pendelte zwischen der Schweiz und Frankreich – so wie das viele Basler machen. «Ich schicke Hunkeler gerne ins Elsass. Genauso wie ich, ist der Kommissär eigentlich ein Landei», sagt Schneider und betont, dass er nicht immer auf dem Land leben möchte. Vielmehr schätze er den Wechsel zwischen Stadt und Land.

«  Hunkeler ist im ganzen Elsass bekannt. »

Wird es Hunkeler in der Stadt Basel zu viel, so flüchtet er ins Elsass und lässt sich in der Wirtschaft der Familie Scholler in Knoeringue verwöhnen. Die Schollers führen das «Au Chasseur» in dritter Generation. Das Haus wird von den Frauen geführt.

Grossmutter Scholler erinnert sich gut daran, wie sie Autor Hansjörg Schneider die ersten Male in ihrer Wirtschaft beobachtet hatte und sich fragte, was dieser Mann wohl hier mache. Heute sind Schollers stolz, als Vorlage für die Hunkeler-Bücher gedient zu haben. «Hunkeler ist im ganzen Elsass bekannt», betont die Familie Scholler.

Acht Fälle hat Kommissär Hunkeler schon gelöst. Ein Neunter erscheint am 26. August. Auch dieser Roman spielt in Basel. Es geht um einen Mord im Bankenmilieu.

Die Figur des Hunkelers weisst autobiographische Züge von Autor Hansjörg Schneider (77) auf. Beide leben im gleichen Basler Quartier, ziehen sich gerne ins Elsass zurück und geniessen das Leben. Beide sind genaue Beobachter und verfolgen hartnäckig ihre Projekte.

Der Roman «Hunkeler und der Fall Livius», von Schneider selber als sein bestes Buch bezeichnet, spielt während des zweiten Weltkrieges, als junge Elsässer von Nazideutschland eingezogen und an die Ostfront geschickt wurden. Junge Elsässer flüchteten dann in die Schweiz, wo sie Schutz suchten.

Bekannt wurde die Romanfigur vor allem auch durch die Verfilmung. Hunkeler wurde von Mathias Gnädinger gespielt, der in diesem Frühling überraschend verstarb. Eine bereits geplante Verfilmung des neusten Hunkeler-Romans wurde deshalb gestoppt. «Hunkeler ohne Gnädigner, das geht fast nicht», sagt Hansjörg Schneider. Im Monat August erscheint der nächste Hunkeler-Roman.

(Regionaljournal Sommerserie, 17:30 Uhr)