Sanierung Schiessplätze Die Wiedergutmachung des Militärs von Umweltsünden

Dorfplatz Flühli mit Hotel Kurhaus und Kirche Bild in Lightbox öffnen.

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In der Luzerner Gemeinde Flühli-Sörenberg waren zu Spitzenzeiten mehrere hundert Soldaten einquartiert. Im Dorf profitierten vor allem Läden, Hotels und Restaurants. Das Militär war während Jahrzehnten ein wichtiger Wirtschaftszweig nebst Landwirtschaft und Tourismus.

Die Schrattenfluh mit ihren Karstfeldern und die darunterliegenden Moorgebiete von nationaler Bedeutung gehören zur Kernzone der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Das Schiessplatzareal Wagliseichnubel oberhalb von Sörenberg liegt auf 1400 Metern über Meer, inmitten von sensiblen Hoch- und Flachmooren.

Der Zielhang auf dem Areal des ehemaligen Schiessplatzes ist derart bleiverseucht, dass auf rund 500 Quadratmetern der Boden tief abgetragen und entsorgt werden muss. Die Sanierungs- und Rückbauarbeiten starten im Laufe des Sommers und kosten das VBS rund 1,2 Millionen Franken.

Der bundeseigene Schiessplatz wurde in den 1970er-Jahren ausgebaut. Mehrere hundert Meter betonierte Schützengräben ziehen sich durch das Gelände. Die Gräben werden im Rahmen der Altlastensanierung zurückgebaut und wieder mit Erde aufgefüllt.

Man schätzt, dass pro Jahr mehrere zehntausend Schüsse auf das Zielgelände abgefeuert wurden. Der Schiessplatz Wagliseichnubel war von 1945 bis 2004 in Betrieb. Auch Infrastrukturen wie Beobachtungsstände müssen abgebrochen werden.

Die Sanierungs- und Rückbauarbeiten, die unter Federführung des VBS erfolgen, werden intensiv von Moorfachleuten des Bundes, des Kantons und von unabhängigen Experten begleitet.

Wir Dorfkinder belagerten jeweils die Militärunterkunft und bettelten bei den Soldaten um Militärbiskuits.

Nicht nur ich als Einheimische, sondern auch viele Touristen schätzen heute das Gebiet als Ausgangspunkt für Wander-, Bike- oder Skitouren.

(SRF1, Regionaljournal 6.32/17.30 Uhr)