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Flösser auf dem Ägerisee
Aus News-Clip vom 20.07.2020.
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Flössen auf dem Ägerisee Wenn 1000 Tonnen Holz über den See gleiten

Auf dem Zuger Ägerisee wird Holz noch traditionell geflösst. Das gibt es sonst in Mitteleuropa nirgends mehr.

Es ist ein langsames, aber spektakuläres Ereignis: Rund alle vier Jahre bauen die Korporationen Ober- und Unterägeri ein rund 150 Meter langes Floss aus Baumstämmen und treiben es mithilfe von zwei Schiffen über den See.

Die Unterstützung des Wasser benützen, um Holz zu transportieren: Das scheint einleuchtend. Und trotzdem wird das Flössen nur noch auf dem Ägerisee im Kanton Zug praktiziert. Die Tradition hat sich dort über Jahrhunderte erhalten.

Das Floss aus Holzstämmen im Abendlicht
Legende: zvg Korporation Oberägeri

Der Hauptgrund liegt in der Topografie. Am Südufer des Ägerisees liegt der Bergwald. Seine Bäume wachsen in äusserst steilem Gelände bis zum Seeufer. «Normales» Holzfällen ist in diesem Gebiet fast nicht möglich. Deshalb setzen die Förster seit jeher auf das sogenannte «Reisten».

Dabei fällen die Waldarbeiter die Bäume in Hangrichtung, also nach oben, dann sägen sie die Äste weg und spitzen den dicken Teil des Baumes zu. Dies ermöglicht ihnen dann, den Stamm den Hang hinuntergleiten zu lassen.

Ein frisch gefällter Baum liegt im Wald.
Legende: Der frisch gefällte Holzstamm wird vom Strunk blockiert, bevor er dann den Hang hinuntergeschickt wird. zvg Korporation Oberägeri

Die rund 10 Tonnen schweren Baumstämme können auf ihrer Abfahrt eine riesige Wucht entwickeln, sagt Förster Kari Henggeler, der für das Flössen auf dem Ägerisee verantwortlich ist. «Die Stämme können eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern entwickeln.»

Wenn alles gut geht, bahnen sich die Stämme ihren Weg den Hang hinunter, zwischen den anderen Bäumen hindurch und fallen dann direkt in den Ägerisee.

Ein Baumstamm gleitet in den See.
Legende: Ziel erreicht: Ein Baumstamm gleitet in den See. zvg Korporation Oberägeri

Und deshalb ist es dann am besten, die Stämme gleich über das Wasser zu transportieren. Die Leute um Kari Henggeler bauen sie zu einem Floss zusammen. «Wenn wir zehn grosse, gut schwimmende Stämme haben, fangen wir an.» Sie formen aus ihnen ein riesiges Dreieck und ketten sie gut aneinander fest. Die weiteren Stämme kommen dann in dieses Dreieck hinein und am Schluss wird die Konstruktion mit einem Querholz abgeschlossen.

Das Floss wird dann von zwei Schiffen über den Ägerisee getrieben – mit einer Geschwindigkeit von rund zwei Stundenkilometern. Die Überfahrt dauert jeweils bis zu eineinhalb Stunden. Auf der anderen Seite des Sees, in Unterägeri oder in Oberägeri, wird das Holz dann mit Kränen aus dem Wasser gezogen und vor Ort in Stücke zersägt.

Leidenschaft Holz

Mann zersägt Stamm
Legende:Keystone

Holz ist vielfältig, das Material wichtig für die Schweizer Wirtschaft: Eine Serie rückt Menschen ins Zentrum, die mit Holz arbeiten.

Regionaljournal Zentralschweiz, 13.7./21.7.2020, 17:30 Uhr

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