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Legende: Audio Zusammenleben in einem ehemaligen Hotel: Die Spezialsendung aus dem Dolder Waldhaus. abspielen. Laufzeit 13:33 Minuten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 29.07.2019.
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Gross-WG statt Luxushotel So lebt es sich im Dolder Waldhaus

450 Franken im Monat kostet die Zimmermiete im ehemaligen Luxushotel Dolder Waldhaus. Ein Schnäppchen, denn die Preise an dieser Lage sind ansonsten hoch: Das Gebäude steht hoch über der Stadt am Zürichberg, gleich unterhalb des Hotels Dolder Grand, das ebenso zur Dolder Hotel AG gehört, der Blick geht auf den Zürichsee.

Möglich sind die tiefen Mieten dank einer Zwischennutzung. Diese läuft seit zwei Jahren – und wurde soeben bis Januar 2021 verlängert. Eigentlich war geplant, die Bausünde aus den 1970er Jahren bald abzureissen. Doch der Neubau liegt auf Eis. Die Hotelmarktsituation habe sich verändert und der Haupteigentümer liege im Steuerstreit mit den Zürcher Behörden, heisst es bei der Dolder Hotel AG als Begründung.

Schutz vor Vandalismus

Die Zwischenvermietung des Dolder Waldhaus übernimmt eine junge Zürcher Firma, Projekt Interim. Ihr Geschäftsmodell sind professionell organisierte Zwischennutzungen. Solche liegen im Trend: Zwischen 2015 und 2017 waren in der Schweiz mehr als 1000 Objekte ausgeschrieben, wie eine Studie der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner zeigt.

«Zwischennutzungen sind für Eigentümer interessant, weil eine Liegenschaft damit vor Zerfall und Vandalismus bewahrt werden kann», sagt Patrick Schnorf, Partner bei Wüest Partner. Ausserdem sei es aus gesellschaftlicher Sicht sinnvoll, wenn Gebäude genutzt würden statt leerzustehen.

Es gibt aber auch Kritik an diesem Geschäftsmodell: «Es braucht das Projekt Interim als zwischengeschalteter Dealer nicht, der selbst Profit machen will», äussert sich etwa Walter Angst vom Mieterverband Zürich. Es sei für eine Verwaltung ein kleiner Aufwand, Wohnungen befristet zu vermieten.

Das Dolder Waldhaus beleben nun 150 Menschen: vom Gründer eines Start-Up-Unternehmens bis hin zur Mutter mit Kind. Sie wohnen oder arbeiten in den ehemaligen Hotelzimmern und Appartements mit 21 bis 128 Quadratmetern Wohnfläche, zu günstigen Konditionen: 450 Franken kosten ein Zimmer, 850 Franken zwei Zimmer, inklusive Nebenkosten. Und sie können sich Räume teilen, wie zum Beispiel die grosse Gemeinschaftsküche.

Weniger zu besitzen, macht das Leben einfacher.
Autor: Dunja KalbermatterBewohnerin Dolder Waldhaus

Zu den Bewohnerinnen gehören auch Dunja Kalbermatter und Andrea Forgacs. Die beiden sind vor zwei Jahren ins Dolder Waldhaus gezogen. Sie wollten lernen, mit möglichst wenig Besitz auf engem Raum zu wohnen. Nun leben sie in den Hotelzimmern 1771 und 1772. Dafür haben sie ihre befristete Wohnung aufgegeben. «Nicht so viel zu besitzen, macht das Leben einfacher. Wir putzen weniger und haben mehr Zeit für andere Dinge», schwärmt Dunja Kalbermatter.

Zusammenleben in der Schweiz

Von A wie Alpleben bis Z wie Zwischennutzung: In einer Serie stellen wir in diesem Sommer weitere Lebensgemeinschaften in den verschiedenen Regionen der Schweiz vor.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 06:32 Uhr; fumi/fulu
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3 Kommentare

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  • Kommentar von Klaus Waldeck  (kdwbz)
    Finde ich eine sehr gute Sache. Besonders interessant für Studenten / Praktikanten, welche normalerweise ja keine langfristigen Mietverhältnisse aber günstigen Wohnraum benötigen. Hoffentlich unterstützen die Behörden derartige Lösungen und legen den Initianten nicht unnütze Hindernisse in den Weg.
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    1. Antwort von M. Roe  (M. Roe)
      Wenn ich in der Organisation wäre, würde ich es meiden Studenten einzubeziehen. Denn dann ist man sicher, dass Unordnung +Lärm einziehen würde. Entweder nur Studenten oder dann "normale" ordentliche Menschen.Wahrscheinlich gibt es doch ein paar "Junge" die den Grill als ihr Eigentum angesehen haben.Es ist wie in Ferienorten. Wenn junge Gruppen kommen, ist plötzlich alles verspreit und man ist in der Nacht nicht mehr sicher auf der Strasse. Das kostet dann viel mehr, als wenn man sie nicht hätte.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Angesichts der Tatsache, dass in der Schweiz der Gebäudebereich für zirka 40% der Klimaemissionen verantwortlich ist und dass weltweit Beton- und Zementherstellung für rund 8% aller CO2-Emissionen verantwortlich ist, kann es Sinn machen solche Gebäude zu erhalten und die Leute einfach wo weiter wohnen zu lassen? Die könnten statt als Platzhalter für ein paar Millionen anonymer Investoren, die sich hier niederlassen wollen, diese Gebäude in Eigenregie erhalten und anpassen?
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