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Die Suche nach dem richtigen Ort für den Entsorgungshof
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 03.08.2020.
abspielen. Laufzeit 07:59 Minuten.
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Hassliebe Ökihof «Niemand will den Ökihof vor der eigenen Haustüre»

Zeitung und Karton schön bündeln und auf die Strasse stellen – oder den Keller füllen, bis die nächste Sperrgutabfuhr kommt: Dies machen viele Leute nicht mehr so. Heute liegen die Ökihöfe oder Entsorgungshöfe im Trend. Da kann man einfach das Auto füllen und zur Entsorgungsstelle fahren, genau dann, wenn man Zeit hat.

Ein mit Abfall gefüllter Kofferraum
Legende: Mit gefülltem Kofferraum ab in den Ökihof: Dies wird immer beliebter. SRF

Genau dies ist aber das Problem: Zu gewissen Spitzenzeiten kommen die Entsorgungsstellen an ihren Anschlag und es bilden sich davor lange Schlangen.

Beispiel Horw LU: Der Fünfliber soll es richten

So beispielsweise im Ökihof in Horw. In dieser Luzerner Vorortsgemeinde wollten oft am Samstagmorgen oft so viele Menschen entsorgen gehen, dass dies nicht nur zum Stau im Ökihof – sondern auch bei der Zufahrt bildete. Die Folge davon: Der Verkehr brach in der Umgebung zusammen und die Anwohner kamen nicht mehr zu ihren Einfamilienhäusern. Deshalb musste der Gemeindeverband Real, welcher im Raum Luzern elf Ökihöfe betreibt, reagieren. Wer am Samstag mit dem Auto entsorgen geht, muss einen Fünfliber bezahlen.

Ein Securitas kassiert bei einem Autofahrer Geld ein
Legende: Vor der Einfahrt zum Ökihof in Horw wird am Samstag einkassiert. Wer etwas Kostenpflichtiges entsorgt, bekommt das Geld nachher wieder gutgeschrieben. SRF

Die Massnahme mit dem Fünfliber habe bereits Wirkung gezeigt, sagt Daniele Vergari vom Gemeindeverband Real. «Wir haben am Samstag rund 50 Prozent weniger Leute als im letzten Jahr», sagt Vergari. Damit ist das Problem beim Ökihof Horw aber noch nicht gelöst. Nach wie vor komme es zu Stau in der Umgebung, nur halt zu anderen Zeiten.

Autos im Ökihof
Legende: Ein normaler Samstagmorgen im Ökihof: Viele fahren mit dem Auto vor, um zu entsorgen. SRF

Darum sucht Real seit rund zehn Jahren nach einem alternativen Standort. Man habe 24 geprüft, kein Standort konnte aber realisiert werden. Das Problem sei häufig der Lärm und der damit verbundene Verkehr: «Wir stellen fest: Der Ökihof wird sehr gerne genutzt, aber niemand will ihn vor der eigenen Haustür.»

Daniele Vergari vor dem Ökihof
Legende: Daniele Vergari sucht verzweifelt einen Alternativen Standort für den überlasteten Ökihof Horw. SRF

Dass die Suche nicht nur in der Agglomeration Luzern, sondern auch anderswo schwierig ist, bestätigt Bruno Frey. Er betreibt mit seiner Firma fünf Ökihöfe in den Kantonen Luzern und Aargau, ein sechster kommt bald hinzu. «Es ist so: Ein Ökihof bringt Lärm und Verkehr. Deshalb darf ein Ökihof nicht zu Nahe am Wohngebiet sein, trotzdem sollte er zentral liegen und erreichbar sein», sagt Frey.

Bruno Frey vor der Entsorgungsstelle.
Legende: Bruno Frey eröffnet bald seinen sechsten Ökihof. Die Suche nach guten Plätzen sei aber eine Herausforderung. SRF

Trotz allem: Das Geschäft mit den Ökihöfen lohne sich, auch wenn die Preise der Altlasten starken Schwankungen unterliegen. Und: «Die Leute lieben ihre Ökihöfe. Wenn man ihnen diese wegnehmen würde, ginge ein Aufschrei durchs Land.»

Der Weg des Abfalls

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Der Weg des Abfalls

Was befindet sich alles in unserem Abfall? Und was passiert damit? Eine Serie wühlt im Abfallsack.

Regionaljournal Zentralschweiz, 31.7.2020/3.8.2020, 06:32 Uhr, 17:30 Uhr; stus;pret

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Aus welchem Dialekt kommt das Wort "Ökihof" und was bedeutet es genau?
    1. Antwort von Jonathan Wolff  (Nathanloup)
      Ökihof, so ein bescheuertes Wort! Das sind Entsorgungshöfe.
  • Kommentar von Konrad Schläpfer  (Koni)
    Und dann gibt es Gemeinden die die Müllabfuhr abschaffen und einen Unterflur Container aufstellen, damit jeder / jede mit dem Auto ihren Güsel zur Sammelstelle karren muss. Ist das denn Umweltfreundlich? Aber der Grund ist natürlich klar, die Sackgebühren bleiben dieselben auch wenn keine wöchentliche Sammelfuhre mehr stattfindet. Mehr Gewinn für die Entsorger.