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Legende: Audio Der Blick hinter die Klostermauern in Brig abspielen. Laufzeit 13:11 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 23.07.2019.
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Leben im Kloster Mehr Altersheim als Ordensgemeinschaft

Die Briger Ursulinen waren als Lehrerinnen einst Teil der Gesellschaft. Nun haben sie sich weitgehend zurückgezogen.

Einst gehörten über 200 Schwestern zum Kloster St. Ursula in Brig. Viele davon waren mitten im öffentlichen Leben: Während Jahrhunderten wirkten die Frauen des Ordens insbesondere als Lehrerinnen. Sie übernahmen aber auch Aufgaben in Spitälern oder als Pfarrhaushälterinnen.

Inzwischen sind nur noch ein halbes Dutzend der 64 Klosterfrauen im Wallis ausserhalb des Klosters tätig. Das hat mit der Überalterung des Ordens zu tun. Mittlerweile beträgt das Durchschnittsalter 81 Jahre. Viele der Ordensfrauen sind pflegebedürftig, ein ganzer Stock des Klosters wurde in den letzten Jahren zum Altersheim umgebaut.

Unser Zusammenleben hat sich grundlegend verändert. Heute sind wir eigentlich ein Altersheim.
Autor: Petra MarzettaUrsuline

Das bedeutet auch, dass die Schwestern auf Hilfe von aussen angewiesen sind. Mittlerweile arbeiten 57 Angestellte im Briger Frauenkloster.

Eine vergängliche Welt

Den Schwestern ist durchaus bewusst, dass sie wohl zu den letzten gehören, die in dieser Form zusammenleben. Darüber machten sie sich häufig Gedanken, sagt Schwester Petra. Vielleicht hätten sie ihren Auftrag auch einfach erfüllt: In den Schulen und den Spitälern hätten mittlerweile andere das Zepter übernommen.

Im Moment beschäftigen sich die Ursulinen aber eher damit, wie sie den Alltag bewältigen können. So wurde etwa kürzlich ein Geschäftsführer für das klostereigene Gästehaus eingestellt.

Die Briger Ursulinen

Die Ansiedlung der Ordensgemeinschaft in Brig geht auf die Initiative eines Politikers zurück: Der mächtige Baron Kaspar Jodok von Stockalper holte 1661 die ersten Schwestern ins Wallis. Sie sollten hier Mädchen ausbilden, was sie während Jahrhunderten auch taten. Der Orden geht auf die Französin Anne de Xainctonge zurück. Zum Briger Kloster gehören auch eine Ordensgemeinschaft in Indien und eine in Südafrika.

Die Ordensgemeinschaft hat sich mit den Veränderungen der letzten Jahre abgefunden: Früher seien sie zu bedürftigen Menschen gegangen, um sie zu unterstützen. Jetzt sei es halt umgekehrt.

Zusammenleben in der Schweiz

Von A wie Alpleben bis Z wie Zwischennutzung: In einer Serie stellen wir in diesem Sommer weitere Lebensgemeinschaften in den verschiedenen Regionen der Schweiz vor.

(SRF 1, Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:32 Uhr/17:30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Solche einsam gewordene Klosterbauten, gäbe viele Umnützungs-Möglichkeiten für soziale Anliegen in der heutigen Gesellschaft: Warum macht man daraus keine Alters- und Pflegeheime, statt neue luxusvolle Neubauten zu erstellen? Bewohner würden sich darin eher wohlfühlen als in Super-Hochbunkern oder Luxushäuser! Aeltere Menschen, die künftig immer mehr Kostenanteile durch die Kantone und Gemeinden einfordern müssen (sparen fürs Alter ist ja nicht mehr "in")!
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