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Reportage aus der Filtermaterial-Fabrik in Büsserach.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 02.08.2020.
abspielen. Laufzeit 06:52 Minuten.
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Neue Altglas-Fabrik So wird aus dem Bierfläschli ein Wasserfilter

Im Solothurner Dorf Büsserach wird seit Januar 2020 Altglas verwertet. Und zwar nicht zu neuen Glasflaschen, sondern zu Wasserfiltern. Dazu hat das Unternehmen Dryden Aqua 20 Millionen Franken in eine hochautomatisierte Fabrik gesteckt. Bis zu 50'000 Tonnen Altglas soll die Fabrik pro Jahr verarbeiten, mehr als 10 Prozent der schweizweiten Altglasmenge.

Altglas-Berg
Legende: SRF

Bevor aus Altglas aber Filtermaterial werden kann, muss es aufwendig gereinigt werden. Denn so wie das Altglas aus den Sammelstellen in den Gemeinden angeliefert wird, kann es nicht weiterverarbeitet werden. Das Glas ist dreckig, Etiketten kleben auf den Flaschen und es hat auch viele Fremdstoffe drin, die eigentlich nicht ins Altglas gehören. In einem ersten Schritt werden darum sämtliche Metalle (zum Beispiel Deckel) aus dem Altglas entfernt, dies mithilfe mehrerer Magnete.

Deckel auf einem Haufen
Legende: SRF

Anschliessend werden die Etiketten per Druckluft weggeblasen und das Altglas gewaschen. Erst nach diesem intensiven Waschprozess beginnt die eigentliche Verarbeitung zu Filtermaterial.

Wozu benötigt man Filtermaterial?

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Kind in Schwimmbad
Legende:imago

Bei jedem Swimmingpool, jedem Gartenbad, aber auch bei Entsalzungsanlagen oder Delfinarien werden Filter benötigt, damit das Wasser möglichst sauber bleibt. Je schwächer der Filter, desto mehr Chemikalien (zum Beispiel Chlor) benötigt man, um das Wasser von Bakterien und anderen Fremdstoffen sauber zu halten. Das Filter-Material aus Glas aus Büsserach ist eine Alternative zum herkömmlichen Sand, der bei den meisten Pools aktuell in Gebrauch ist.

Das gewaschene Altglas wird nun per Förderband in eine grosse Halle gebracht. Dort wird zunächst noch weisses Glas aussortiert. Dies, weil für den Herstellungsprozess des Filtermaterials nur grünes und braunes Glas benutzt werden kann. Anschliessend werden die Glasscherben verkleinert, zu kleinen Glas-Körnchen mit wenigen Millimetern Durchmesser.

Maschine und Treppe in einer grossen Halle
Legende: SRF

Schliesslich werden die Glas-Körnchen chemisch behandelt und erhitzt, sodass sie ihre speziellen Filter-Merkmale erhalten, also, dass möglichst viele Schadstoffe im Filtermaterial hängen bleiben. Was hier genau geschieht, gehört zum Betriebsgeheimnis des Unternehmens Dryden Aqua. Am Ende entsteht aus Altglas Filtermaterial, das in Filtern von Swimmingpools und Trinkwasseranlagen benutzt werden kann.

Glas-Körnchen unter Mikroskop
Legende: SRF

Hinter der neuen Fabrik steht Dominik Graf. Dem Unternehmer gehört eine Grosshandelsfirma für Zubehör rund um Swimmingpools. Er lernte in Schottland den Erfinder der Glas-Filter kennen und war begeistert von der Idee. So beteiligte er sich bei der Firma Dryden Aqua. In Büsserach steht nun die zweite Fabrik, die aus Altglas Filtermaterial herstellt.

Mann vor Gebäude
Legende: SRF

Vom Potenzial des Filters ist er überzeugt. Er sieht es vor allem bei den Entsalzungs- und Trinkwasseranlagen, die auch mehr Filtermaterial benötigen als «bloss» die paar hundert Kilo wie bei einem herkömmlichen Swimmingpool. Nun muss sich der Betrieb in Büsserach bewähren. Die hochmoderne und fast vollautomatische Fabrik läuft noch nicht auf Hochtouren. Aber doch werden bereits heute 150 Tonnen Weinflaschen, Konfitüre-Gläser und Champagner-Flaschen pro Tag verarbeitet. Zu Filtermaterial, das irgendwo Wasser in einem Gartenbad oder einem Swimmingpool sauber hält.

Bagger
Legende: SRF

Regionaljournal Aargau Solothurn, 31.7.2020, 6:32 Uhr/17:30 Uhr, 2.8.2020, 17:30 Uhr; braa;pret

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