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700-jähriges Haus in Steinen Bund stoppt erneut die Abrissbirne

Es gilt als eines der ältesten Holzhäuser Europas - dennoch sollte es abgerissen werden. Jetzt greift der Bund ein.

Kleine Fenster, dunkles Holz: Das rund 700-jährige Holzhaus an der Lauigasse in Steinen mit Bäumen im Hintergrund.
Legende: Darf weiterhin weder verändert noch abgerissen werden: Das Eidgenössische Departement des Innern macht sich für das rund 700-jährige Haus an der Lauigasse in Steinen stark. Keystone

Es ist ein unscheinbares Haus aus dunklem Holz am Rand des Dorfzentrums von Steinen SZ - wohnen will darin schon lange keiner mehr. Der Eigentümer will das Haus daher abreissen und auf dem Grundstück einen Neubau errichten. Nur: Das Haus ist gut 700 Jahre alt. Eines der ältesten Holzhäuser Europas. Für den Schweizer Heimatschutz ist der Fall damit klar: Das Haus ist historisch bedeutsam und muss stehen bleiben.

Liegenschaft soll «erhalten und genutzt» werden

Heute hat nun der Bund dem Heimatschutz dem Rücken gestärkt. Die Regierung des Kantons Schwyz gab das Haus vor gut einem Jahr zwar zum Abbruch frei, das kantonale Verwaltungsgericht und das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) stoppten ihn aber bis Ende Juni. Jetzt hat das EDI den Schutz des Hauses verlängert. «Ziel des Bundes ist es, dass die Liegenschaft erhalten bleibt und wieder genutzt werden kann», sagt Daniel Menna vom Bundesamt für Kultur.

Der Eigentümer des 700-jährigen Holzhauses äussert sich nicht zum Entscheid des EDI. Er gehe jetzt in die Verhandlungen mit den Vertretern des Bundes, lässt er über seinen Anwalt ausrichten.

Erfreut über den Entscheid des Bundes zeigt sich der Schweizer Heimatschutz. Gemäss Martin Killias, Präsident der Organisation, ist es das erste Mal, dass der Bund aufgrund des Natur- und Heimatschutzgesetzes direkt eingreift, um ein Objekt vor dem Abriss zu retten.

Übrige alte Holzhäuser sind im Moment kein Thema

Im Kanton Schwyz gibt es rund 30 weitere Holzhäuser aus dem späten Mittelalter. Killias hofft, dass der Bund den Schutz auch auf diese Häuser ausweitet. Daniel Menna vom Bundesamt für Kultur dämpft die Euphorie: «Wir führen Verhandlungen über den weiteren Erhalt des Hauses von Steinen, um andere Häuser geht es in diesen Verhandlungen nicht.»

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Reinmann (pareinmann)
    ...bleibt zu hoffen, dass der Bund auch die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellt....ein blöder Unfall, bspw. am 1. August, wäre somit sicher zu verhimdern...!
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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Wenn das Haus im Wege steht ... und der Heimatschutz hoch zu werten ist, lässt sich das Haus immer noch translozieren! Alle alten Holzhäuser der damaligen Zeit waren so gebaut, dass man sie zerlegen und an anderer Stelle wieder aufbauen konnte. Mann erkennt dies noch an der Beschriftung, Einkerbungen der einzelnen Holzbalken, damit diese danach wieder an den richtigen Ort hinkommen.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Mit historisch wichtigen Gebeuden wird der gleiche Schindluder getrieben wie mit Landwirtschaftsland. Zuerst fuern Appl undn Ei den langjaehrigen Eigentuemern abgekauft, wird die politische und juxistische Landschaft so "gepflegt", dass abgerissen oder eingezont werden darf. Gewinne der Einzonungswertsteigerung privat. Wird dann der Abriss doch verboten, oder wieder ausgezont, kraehen die groessten Profiteure am lautesten nach einer Entschaedigung des Wertverlustes....
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