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Atomausstieg bis 2045 Stadt Luzern ist auf Unterstützung angewiesen

Entscheidend werden die Grosskunden sein, welche den Strom nicht über die stadteigenen Werke beziehen müssen.

Eine Hochspannungsleitung im Gegenlicht fotografiert.
Legende: Mehr als 100'000 Kilowattstunden verbrauchen Grosskunden in der Stadt jährlich. Keystone

Die Stadt Luzern will bis 2045 keinen Strom mehr aus Atomkraftwerken beziehen. So sieht es die Energie- und Klimastrategie vor. Laut einem Lagebericht der Regierung zuhanden des Parlaments kann das Ziel erreicht werden. Trotzdem lasse sich nicht ausschliessen, dass auf dem Gebiet der Stadt weiter Atomstrom bezogen werde. Dafür gebe es vorderhand zwei Gründe:

  • Teile des Stadtteils Littau werden von der Konkurrentin CKW abgedeckt.
  • Die Grosskunden können ihren Stromlieferanten frei wählen. Ihr Verbrauch liegt bei jährlich mehr als 100'000 Kilowattstunden.

Bei den Grosskunden seien der ewl und der Stadt weder die bezogene Stromqualität noch der Energieversorger bekannt. Eine direkte Einflussnahme sei daher nicht möglich.

Der Luzerner Stadtrat geht aber davon aus, dass der Atomstromanteil in den kommenden Jahrzehnten in der Schweiz abnehmen, da in Mitteleuropa in absehbarer Zeit keine neuen Kernkraftwerke in Betrieb genommen würden und bestehende vom Netz gingen.

Ausstieg vom Volk bestimmt

Dass die Stadt Luzern spätestens ab dem Jahr 2045 keine Atomenergie mehr beziehen darf, geht auf eine Volksabstimmung zurück: Ende 2011 sprach sich die Stimmbevölkerung der Stadt Luzern mit gut 68 Prozent Ja-Stimmen für die Energie- und Klimastrategie des Stadtrates aus.

Im Rahmen dieser Strategie hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, umweltbelastende und umweltgefährdende Energieträger wie fossile Brenn- und Treibstoffe oder die Atomenergie durch einheimische und erneuerbare Energieträger zu ersetzen.

ewl und der Atomstrom

Im Jahr 2016 betrug der Atomenergie-Anteil der ewl 29,3 Prozent. Um diesen in Zukunft zu kompensieren, investiert der Energieversorger lokal in Photovoltaik und Kleinwasserkraftwerke. National stehen Grosswasserkraft und Wind im Fokus, um für die Energiestrategie 2050 des Bundes gerüstet zu sein.

Bei der ewl laufen die beiden Bezugsrechte am französischen Kraftwerkspark mit 80 Prozent Atomenergie 2019 und 2024 aus. Mit dem Ende der Unterbeteiligungen an den Kraftwerken Gösgen und Leibstadt wird 2039 und 2044 gerechnet.