«Ausländische Joghurts haben oft kaum je ein Fruchtstück gesehen»

Der Luzerner Milchverarbeiter Emmi setzt stark auf ein Wachstum im Ausland. Immer mehr setzt der Konzern dabei auch auf exotischere Destinationen. Die grosse Kunst ist dabei, auf das richtige Produkt und den richtigen Produzenten zu setzen. Oft eine geschmackliche Gratwanderung.

Das Auslandgeschäft hat bei Emmi Tradition, insbesondere beim Käse. Trotzdem müsse genau geprüft werden, was rentieren könnte und was nicht, erklärt Emmi-CEO Urs Riedener im Gespräch mit Radio SRF. In den USA hat Emmi vor einigen Jahren bereits Lehrgeld bezahlt. «Caffè Latte hatte eine zu hohe Qualität für den amerikanischen Geschmack.»

Fokus auf exotischere Länder

Vermehrt investiert der Luzerner Milchverarbeiter auch in exotischeren Ländern wie Tunesien oder Chile. Da setzt Emmi vor allem auf bereits vorhandene Hersteller und Verteilkanäle. Die Emmi-Tochterunternehmen würden somit auch Produkte herstellen, die weniger seinem Geschmack entsprechen würden, sagt Riedener: «Ein tunesisches Joghurt muss im Land selbst ankommen, nicht dem Schweizer Geschmack entsprechen.»

Unter anderem würden Joghurts in diesen Märkten nur aromatisiert, Fruchtstücke finde man kaum. Exporte von Schweizer Produkten seien erst in einer späteren Phase sinnvoll. Dann könne man von bestehenden Infrastrukturen profitieren.

Emmi setzt auf Wachstum

Für das laufende Jahr strebt der Luzerner Milchkonzern ein Wachstum von rund 4 Prozent an, liess sich der Konzern am Mittwoch an der Präsentation der Jahreszahlen verlauten. Besonders ambitiös ist die Ankündigung einer Umsatzsteigerung im Ausland von 6 bis 8 Prozent - ohne geplante Zukäufe. Akquisitionen sind bei Emmi aber durchaus ein Thema. Die entsprechende Kasse ist dafür mit rund 500 Millionen Franken gut gefüllt.