Baumfiguren-Kabinett Steinen «Meine Liebe gehört den Menschen, deshalb forme ich sie»

Klein, aber fein ist das Holzfiguren-Kabinett von Alfons Bürgler. Seine Kobolde aus Ästen erzählen Geschichten und laden zum Sinnieren ein.

Kobolde aus Ästen beim Tanz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Menschen aus kleinen Ästchen lässt Alfons Bürgler im Holzfiguren Kabinett tanzen. Oder sind sie doch eher am Kämpfen? SRF

Auf ausgedehnten Streifzügen durch Wälder und entlang von Flussuferböschungen sammelt der Künstler Alfons Bürgler das Rohmaterial, also die Äste für seine «Holzkobolde». Kleinere Äste schneidet er selber, für die grossen, bis zu drei Meter hohen, begleitet ihn ein Freund samt Motorsäge und Anhänger.

«Die Äste drehe ich dann, schneide mit der Baumschere nur das Nötigste weg ohne zu schleifen und male sie weiss an.» Im Holzfiguren-Kabinett in Steinen setzt er seine Figuren dann in einem abgedunkelten Raum diskret beleuchtet in Szene und lässt sie tanzen, sich umarmen, diskutieren oder streiten.

Viele Holzfiguren, beleuchtet, vor einer roten Wand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hier stellt der Künstler eine Party-Szene nach. Sie heisst morgens um 4, nach dem Fest. SRF

Die Besucher des Holzfiguren-Kabinetts sind eingeladen, den Rundgang in Gruppen zu absolvieren, um über die Figuren und ihre Geschichte zu diskutieren. Auf kleine Zettel können die Besucher anschliessend ihre Interpretationen aufschreiben.

«Ohne diesen Austausch wäre der Rundgang etwas langweilig», meint Alfons Bürgler. Unter den Besuchern sind auch viele Schulklassen. Im Baumfiguren-Kabinett kann man auch essen oder ein Glas Wein trinken. Es ist jeweils montags und dienstags geöffnet.

Alfons Bürgler im Holzfiguren Kabinett Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Früher war ich der Landschäftler. Meine Liebe gehört aber den Menschen, deshalb male und forme ich sie.» SRF

Zur Person

Alfons Bürgler wurde vor 81 Jahren als sechstes von elf Kindern geboren. Schon als Junge habe er gemalt und gebastelt. Seine Bilder und geschnitzten Kühe habe er jeweils versucht, für fünf Rappen anderen Kindern zu verkaufen. «So verdiente ich mir ein bisschen Sackgeld.» Später machte er eine Lehre als Schneider, wäre jedoch lieber Tiefseetaucher oder Bergführer geworden, bevor er sich dann nach diversen Kursen und Studienaufenthalten ganz der Kunst widmete.

Bis ins hohe Alter ist Alfons Bürgler sowohl fit, kreativ wie auch produktiv geblieben. «Das muss am Malen liegen, ich bin malsüchtig, dazu tanze ich mindestens zweimal pro Woche Lindy Hop und esse massenweise Wildkräuter aus meinem Garten.»