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Streitgespräch mit Thomas Wallimann und Christoph Lengwiler (17.02.2017)
abspielen. Laufzeit 08:34 Minuten.
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Reichtum in der Zentralschweiz Begünstigt Reichtum Einzelne oder hilft er uns allen?

Ein Schwyzer Banker, der Pfarrer wird, eine Erbin, die sich für die Luzerner Kultur einsetzt, oder eine Gemeinde, die trotz vollen Kassen spart – diese Woche nimmt das Regionaljournal Reiche und Reichtum unter die Lupe.

Bis zu 147 Milliarden Franken – so viel besitzen die reichsten 54 Zentralschweizer zusammen. Das geht aus den Berechnungen des Magazins «Bilanz» hervor, welche jedes Jahr die 300 Reichsten des Landes abdruckt. Dieses Geld ist sehr unterschiedlich verteilt. So wohnt von den Superreichen beispielsweise niemand im Kanton Uri. Beliebt sind hingegen die Gemeinden Wollerau, Feusisberg (beide SZ), Meggen (LU) oder Luzern (siehe Grafik unten).

Bevorzugen grosse Vermögen Wenige oder helfen sie allen?

Über diese Frage debattiert der Nidwaldner Sozialethiker und Theologe Thomas Wallimann mit dem Luzerner Ökonomen und Finanzprofessoren Christoph Lengwiler:

Wer Geld hat, hat Macht und unsere Demokratie geht von einer breiten Machtverteilung aus. Damit diese gewährleistet ist, müssen Reiche jedoch ihr Vermögen teilen.
Autor: Thomas WallimannSozialethiker und Theologe
Unser Wohlstand hängt vom Wohlergehen der Unternehmen und von wohlhabenden Personen ab. Wenn wir diese vergraulen, schneiden wir uns ins eigene Fleisch.
Autor: Christoph LengwilerÖkonom und Finanzprofessor

Das ganze Gespräch hören Sie im Audio (oben).

Geld konzentriert sich in Schwyz und Zug

Ein weiterer Anhaltspunkt für den Reichtum einer Gemeinde ist ihr durchschnittliches steuerbares Einkommen, also das Einkommen, welches sich aus den Angaben bei der Bundessteuer errechnen lässt.

Hier zeigt sich folgendes Bild: Wollerauer verdienen mit im Schnitt rund 235'000 Franken steuerbarem Einkommen am meisten. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt beträgt 58'200 Franken, derjenige im Kanton Bern 49'300 Franken.

In Wollerau, aber beispielsweise auch in Walchwil (ZG, 144'500 Franken) oder Hergiswil (NW, 143'500 Franken) wohnen demnach sehr vermögende Personen, welche den Durchschnitt aller Einkommen nach oben ziehen.

Welche Menschen stecken hinter diesen Zahlen?

Das Regionaljournal Zentralschweiz widmet sich diese Woche den Reichen. Zu Wort kommen Superreiche, aber auch Personen, welche mit diesen Menschen beruflich zu tun haben.

Reichtum in der Zentralschweiz

  • «Religion und Banking schliessen sich nicht aus»

    Bis vor ein paar Jahren hat sich Patrice Baumann in der Bankenwelt bewegt. Er arbeitet in Schwyz als Vizedirektor der Kantonalbank, anschliessend bei einer Privatbank. Als diese ihn im Rahmen einer Massenentlassung auf die Strasse stellt, ändert er sein Leben komplett. Er verkauft sein Haus in Wollerau, zieht ins Zürcher Oberland und beginnt mit Ende vierzig ein Theologiestudium an der Uni Zürich. Das mit der Absicht Bankenpfarrer zu werden, eine Art Seelsorger für Bankangestellte und -kunden. Wirtschaft und Theologie sind für Patrice Baumann keine Gegensätze, erklärt er im Gespräch.

  • «Ich habe mich nie reich gefühlt»

    Carla Schwöbel wächst in der deutschen Unternehmerfamilie B. Braun auf. Als die Familie jemanden sucht, der einen Produktionsstandort im Entlebuch aufbaut, fällt die Wahl auf Carla Schwöbels Mann Eckhardt. So ziehen die beiden nach Luzern. Das Vermögen der Familie Braun beziffert die Zeitschrift Bilanz auf 350-400 Millionen Franken. Als reiche Frau habe sie sich aber nie gefühlt, sagt Carla Schwöbel, die heute als Mäzenin die Luzerner Kultur unterstützt.

  • «Die vollen Kassen in Wollerau machen uns nicht sorgenfrei»

    Eine Gemeinde, welche von Superreichen profitiert, ist Wollerau in der Ausserschwyz. In den letzten Jahrzenten hat sich das arme Bauerndorf zum reichen Steuerparadies gewandelt: 2016 besass die Gemeinde fast 50 Millionen Franken Eigenkapital. Diese luxuriöse Position mache ihn als Gemeindepräsidenten aber überhaupt nicht sorgenfrei, sagt Ueli Metzger (FDP). Ihn beschäftigen Ausgleichszahlungen – aber auch das für sein Gusto manchmal zu sparsame Gemüt des Wollerauers.

  • «Die vielen falschen Freunde sind mir unangenehm»

    Der 67-jährige Hans-Peter Strebel wurde mit dem Verkauf eines Medikaments in die USA auf einen Schlag reich. Sein Vermögen wird auf bis zu 250 Millionen Franken geschätzt. Einen grossen Teil davon steckt er als Mäzen in den EVZ. Dass wegen seines Geldes fremde Leute seine Freunde sein wollen und ihm wöchentlich Anlegeversprechen gemacht werden, stört ihn.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17.30 Uhr.

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