Das Haus der Volksmusik feiert das Zehnjährige

Die Volksmusik erlebte in den letzten drei Jahrzehnten einen Boom. Ausdruck davon ist das nationale Haus der Volksmusik in Altdorf. Das Expertenzentrum, das den Wandel mitprägte, feiert Mitte Mai sein zehnjähriges Bestehen. Zum Jubiläum bietet es Crash-Kurse in Folklore.

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Bildlegende: Das ehemalige Zeughaus mitten in Altdorf steht heute ganz im Zeichen der Volksmusik. zvg/Markus Brülisauer

«Das Haus der Volksmusik gilt als nationales Kompetenzzentrum für sämtliche Fragen, die die Volksmusik betreffen», sagt Markus Brülisauer, Geschäftsführer des Hauses. Das Schweizer Haus der Volksmusik in Altdorf feiert am 13. und 14. Mai sein zehnjähriges Bestehen. Es sind diverse Konzerte und Feierlichkeiten geplant. Das Haus bietet Weiterbildungen in Sachen Volksmusik. Es wird aber auch über die Ursprünge und die Entwicklung geforscht.

Die Volksmusikszene in der Schweiz habe sich in den letzten zehn Jahren gewandelt, hält Markus Brülisauer fest. Das Haus der Volksmusik habe dabei kräftig mitgemischt. Das Interesse an historischen Musiknoten sei deutlich gestiegen, erklärt Brülisauer. Die Archivierung und Publikation diverser Materialien habe zahlreiche Formationen zur Auseinandersetzung mit der eigenen Volksmusiktradition animiert.

Stile und Regionen gefördert

Das Volksmusikhaus förderte so regionale und stilistische Ausprägungen. Als besonders innovative Volksmusikregionen gelten die Zentral- und die Ostschweiz. Das Haus der Volksmusik engagiert sich auch für die Rettung des Volksmusikerbes. Es bewahrt etwa Handschriften oder alte Tonaufnahmen vor dem Abfall. Die Experten machen aber auch Bilddokumente ausfindig und versuchen, sie zu erhalten. Neben der Forschung und Dokumentation widmet sich das Haus der Ausbildung. So veranstaltet es Kurse und Anlässe für Jungtalente. «Dies ist ein schweizweit einmaliges Angebot.»

Ehemaliges Zeughaus

Das Haus befindet sich im Dorfzentrum Altdorfs im ehemaligen kantonalen Zeughaus. In ihm sind unter anderem ein Archiv, eine Bibliothek, Büros sowie Proberäume untergebracht. Die Institution beschäftigt rund acht Mitarbeiter und verfügt über ein Netzwerk von Musikern, Kulturförderern, Medienprofis und Wissenschaftlern.

Träger des Hauses ist ein Verein. Finanziert wird das Zentrum über Beiträge der öffentlichen Hand, Zuwendungen von Privaten, Vereinsmitgliederbeiträge, Sponsoren und mit Einnahmen aus eigenen Aktivitäten.

Zweitägiges Fest

Zum Jubiläum veranstaltet das Haus der Volksmusik ein zweitägiges Musikfest. Neben Konzerten und einer offiziellen Feier steht ein Tag der offenen Tür auf dem Programm. Bei diesem können sich Volksmusikfans in Jodeln, Tanzen und den Perkussionstechniken «Chlefele», «Löffele» und «Bäsele» versuchen.