«Der Bobverband hat es verpasst, den Nachwuchs zu fördern»

Die Bobpilotin Fabienne Meyer gab nach den Olympischen Winterspielen in Sotschi ihren Rücktritt bekannt. Nach elf Jahren hängt die Willisauerin den Spitzensport an den Nagel. Sie kann glücklich auf ihre Karriere zurrückschauen. Doch für den Schweizer Bobverband findet sie kritische Worte.

Die Bob-Pilotin Fabienne Meyer im SRF  Regionalstudio Luzern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fabienne Meyer möchte nach ihrem Rücktritt keinen Job im Schweizer Bobverband übernehmen. SRF

An den Olympischen Winterspielen in Sotschi startete Fabienne Meyer zum letzen Mal in ein Rennen. Die Willisauerin holte sich im Zweier-Bob mit einem 8. Rang ein olympisches Diplom. Nach diesem Rennen gab sie ihren Rücktritt bekannt. «Ich bin nun 32 Jahre alt und war seit elf Jahren im Bobsport. Nun ist es Zeit für etwas anderes», sagt Fabienne Meyer gegenüber dem «Regionaljournal Zentralschweiz».

Der Karrierehöhepunkt waren aber nicht die Olympischen Winterspiele, sondern der Europameistertitel in diesem Jahr. Im Rennen in Königssee im Januar holte sich Fabienne Meyer ihren ersten Weltcup-Sieg und gleichzeitig auch den Europameistertitel. Dies war schon die zweite Medaille an Europameisterschaften nach ihrem 3. Platz 2012.

Kritik am Bob-Verband

Nach dem Rücktritt möchte die gelernte Hochbauzeichnerin arbeiten, aber nicht im Bobverband. «Es fehlt von Seiten des Verbandes an Unterstützung von uns Athleten und mit gewissen Personen im Verband bin ich nicht einverstanden», sagt Fabienne Meyer. Auch bezüglich der Nachwuchsarbeit des Verbandes äussert sich die Bobpilotin kritisch: «Der Verband verpasste es Nachwuchs nachzuziehen.»

Weil neben Fabienne Meyer auch Caroline Spahni ihren Rücktritt diese Saison bekanntgab, verliert die Schweiz gleich ihre besten zwei Bob-Fahrerinnen. «Diese Lücke kann nicht sofort geschlossen werden», sagt Fabienne Meyer.