Der Gletscher schmilzt: Am Titlis spielt man auf Zeit

Laut einer Studie werden sämtliche Gletscher in der Region Zentralschweiz in den nächsten rund 100 Jahren schmelzen. Auch für den kleinen und tief gelegenen Titlisgletscher stehen die Prognosen schlecht. Dort rechnet man längerfristig bereits mit einer Zukunft ohne ewigen Schnee.

Touristen auf dem Titlis, im Hintergrund der abgedeckte Gletscher. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fotohalt auf dem Titlis. Mit einer Schutzfolie soll die Gletscherschmelze verhindert werden. Keystone

Es ist zwar nicht neu, dass die Gletscher wegen der Klimaerwärmung wegschmelzen. Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie lassen trotzdem aufhorchen. Forscher des Bundesamtes für Meteorologie, welche im Auftrag der Kantone Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden den Klimabericht Urschweiz 2013 verfasst haben, gehen davon aus, dass es bis Ende des Jahrhundert keine Gletscher mehr gibt in der Region.

Die schlechtesten Prognosen haben dabei die kleinen, tiefer gelegenen Gletscher. Dazu gehört auch der Titlisgletscher oberhalb von Engelberg. Wie an anderen Orten auch, versucht man auf dem Titlis mit einem Schutzvlies das Schmelzen des Gletschers hinauszuzögern. Dabei handle es sich bloss um Symtombehandlung, sagt Peter Reinle, Marketingchef der Titlisbahnen, das Schmelzen des Gletschers lasse sich damit nicht verhindern.

Auf dem Titlis, wo der Gletscher und die Eisgrotte zu den grössten Touristenattraktionen zählen, weiss man noch nicht, wie die Zukunft dereinst aussehen wird. «Der Gletscher ist zwar ein Alleinstellungsmerkmal, es gibt aber viele attraktive Berge ohne Eis und Schnee im Sommer. Wir werden dann in dieser Liga mitspielen müssen», vermutet Peter Reinle. Dazu käme weiter, dass man mit künstlichen Attaktionen, wie etwa der Hängebrücke, um Tourstinnen und Touristen buhlen müsse.