Viadukt Willerzell Geht die Sanierung doch günstiger?

Eine neue Studie zeigt, wie das Viadukt zwischen Einsiedeln und Willerzell 70 Millionen günstiger saniert werden könnte.

Eine Brücke. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Viadukt gibt im Ort Willerzell schon seit einiger Zeit zu reden. ZVG

Das ein Kilometer lange Viadukt über den Sihlersee dient 1000 Willerzellerinnen und Wilzerzeller als direkte Verbindung nach Einsiedeln. Die Besitzerin des Viadukts ist die SBB. Sie hat bis jetzt für das 80-jährige Viadukt gesorgt.

Der Kanton Schwyz und die SBB stehen in Verhandlungen, wie es mit dem Viadukt weitergehen könnte. Hintergrund des Entscheides sind Verhandlungen mit der SBB über die Erneuerung der Etzelwerkkonzession. Die SBB möchte alle Anlagen, die sie nicht zur Stromproduktion benötigt, abgeben.

Ende 2022 läuft die Konzession für das Etzelwerk, für das die SBB ebenfalls zuständig ist, aus. Damit die Verbindung, bis es soweit wäre, aber noch in Betrieb bleiben kann, wird sie nun leicht saniert.

Ein Abbruch des Viadukts ist jedoch nicht auszuschliessen. Die SBB rechnet mit 80 Millionen Franken für eine ganzheitliche Sanierung. Das sei keine Option, meinen Kanton und SBB.

Eugen Brühwiler, Professor an der ETH Lausanne (EPFL) hat nun von sich aus eine Studie verfasst, die aufzeigt, wie das Viadukt für nur 10 Millionen Franken saniert werden kann.

«  Die SBB und der Kanton wurden schlecht beraten, die Kosten sind viel zu hoch. »

Eugen Brühwiler
Professor an der EPFL

SBB und Regierungsrat Othmar Reichmuth halten jedoch dagegen, in Brühwilers Studie günge der prekäre Zustand der Pfeiler im Boden vergessen. Diese seien vor allem ausschlaggeben für die Kosten.

«  Diese Studie liegt nun bei den Fachleuten. Die Überlegungen werden einfliessen.  »

Reto Schärli
Mediensprecher SBB

Die SBB ist auch daran interessiert, einen neuen Weg über den Sihlsee für eine Velofahrer und Fussgänger zu planen und sich an den Kosten daran zu beteiligen. Was mit dem Viadukt passiert, ist noch offen.