Grippewelle bringt Zentralschweizer Spitäler an die Grenzen

In diesen Tagen suchen besonders viele Grippepatienten die Zentralschweizer Spitäler auf. «Einige müssen beatmet werden», sagt Marco Rossi, Chefarzt im Luzerner Kantonsspital. Nicht nur in Luzern werden die Betten knapp, und eine Besserung ist nicht absehbar.

Die Zahl der Grippefälle ist in den letzten Tagen und Wochen in der ganzen Schweiz stetig angestiegen. Die neusten Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) besagen: Auf 1000 Arztbesuche kommen im Durchschnitt rund 45 Patienten, bei denen ein Verdacht auf Grippe besteht.

«Auch bei uns kommen täglich neue Patientinnen und Patienten mit Grippe an», sagt Marco Rossi. Er ist Chefarzt Infektiologie am Luzerner Kantonsspital. «In meiner Laufbahn habe ich noch nie derart viele schwere Grippefälle in einer Saison erlebt.»

«  Auch die umliegenden Spitäler sind rappelvoll. »

Marco Rossi
Chefarzt, Luzerner Kantonsspital

Ein Grund für die Ansteckungswelle ist laut Rossi die Tatsache, dass sich das Grippe-Virus seit der Impfphase verändert hat. «Dadurch stimmt der Grippeschutz nicht mehr ganz mit dem aktuell grassierenden Virus überein.» Heisst: Wer sich gegen Grippe hat impfen lassen, kann nicht wirklich auf die Impfung zählen.

Umso wichtiger sei es in der momentanen Situation für das Spitalpersonal, vorsichtig zu sein, dass Patienten und Angestellte sich nicht gegenseitig ansteckten.

Not nicht nur in Luzern

Wann die Grippewelle abebbt, ist schwer vorauszusagen. Umso angespannter ist Chefarzt Marco Rossi: «Wir wissen, dass die anderen Spitäler in der Region ebenfalls rappelvoll sind. Also müssen wir überlegen, was wir machen, wenn die Situation noch lange in dieser Intensität anhält.» Eine der Möglichkeiten: Älteren und sehr jungen Patientinnen und Patienten den Vortritt geben, da sie am ehesten auf Spitalpflege angewiesen sind.

Regionaljournal Zentralschweiz, 06:32 Uhr