Tag der Freiwilligenarbeit «Ich möchte den Sterbenden die Angst nehmen»

In der Zentralschweiz gibt es über 40 Gruppen von Freiwilligen, die schwerkranke Menschen in der letzten Lebensphase begleiten. Auch Andrea Zängerle gehört dazu: «Oft kann ich mithelfen, den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen.» Koordiniert wird ihre Arbeit von der Caritas Luzern.

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Bildlegende: Andrea Zängerle (rechts) macht Sterbebegleitungen in Luzern, Andrea Jenny leitet die Fachstelle bei der Caritas. SRF/Thomas Heeb

Andrea Jenny leitet bei der Caritas Luzern die Fachstelle «Begleitung in der letzten Lebensphase». Sie sorgt für die Ausbildung der Freiwilligen und koordiniert deren Einsätze: «Ihre Dienste sind sehr wichtig, nicht nur für die Sterbenden, sondern auch für deren Angehörige.»

«  Meist erhalte ich am Morgen einen Anruf und verbringe dann die nächste Nacht beim Sterbenden. »

Andrea Zängerle
Freiwillige Sterbebegleiterin

Die Caritas bietet eine Ausbildung für Sterbebegleitung an, die sehr gefragt sei: «Unsere vier Kurse pro Jahr sind regelmässig ausgebucht.» Andrea Jenny wünscht sich, dass die Bedeutung dieser Freiwilligenarbeit auch von der Politik höher eingeschätzt wird: «Nur mit finanzieller Unterstützung kann die Ausbildung und die Koordination gestärkt werden, damit die Freiwilligen ihre Tätigkeit in einem guten Rahmen ausüben können.»

«Bereichernde Momente»

Eine dieser Freiwilligen ist Andrea Zängerle, die in der Stadt Luzern Sterbebegleitung macht. «Meist erhalte ich am Morgen einen Anruf und verbringe dann die nächste Nacht bei dem sterbenden Menschen.» Oft hätten diese Menschen auch Angst vor dem Sterben: «Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich ihnen diese Angst etwas nehmen kann, einfach nur, weil ich da bin.» Das seien auch bereichernde Momente in einer Tätigkeit, die bisweilen sehr belastend sein könne.

Zum Tag der Freiwilligenarbeit vom 5. Dezember wünscht sich Andrea Zängerle etwas mehr Wertschätzung ihrer Tätigkeit. «Von den direkt Betroffenen und auch vom Pflegepersonal in einem Heim erhalten wir gute Rückmeldungen», sagt sie, «schön wäre es, wenn dies auch in der hochtechnisierten Medizin so wäre.»