«Kapellbrückenbilder gingen weg wie frische Weggli»

Der Kunsthistoriker Heinz Horat hat den Bilderzyklus der Kapellbrücke in Buchform aufgearbeitet. Darin zeigt er auf, dass das damalige Konzept der Stadt Luzern, bei dem noble Luzerner Familien Bilder stiften und gleichzeitig mit dem Familienwappen beschriften konnten, grossen Anklang fand.

Das Buch «Die Bilder der Kapellbrücke in Luzern» schliesst eine Lücke im Wissens- und Forschungsstand zu den Luzerner Bilderbrücken. Bereits erschienen sind die Publikationen zur Spreuerbrücke und der Hofbrücke. Das Buch über die Bilder der Kapellbrücke liefert zudem das Material, um die Bilder digital aufzuarbeiten.

Die Stadt Luzern möchte die historischen Bilder so einer breiten Öffentlichkeit und Toruisten zugänglich machen. Direkt vor Ort auf der Brücke sollen via QR-Codes Informationen in mehreren Sprachen abgerufen werden können. «Dazu brauche wir noch private Partner», so Baudirektorin Manuela Jost. Start des Projekts ist 2016.

«Bilder waren Prestige-Objekte»

Autor und Kunsthistoriker Heinz Horat beschreibt im zweibändigen Werk die Bedeutung der Bilder für noble Luzerner Familien. Diese konnten Bilder stiften und mit dem Familienwappen beschriften: «So konnte man Gästen die eigene Wichtigkeit vorführen.»

Der Bilderzyklus auf der Kapellbrücke ist eng mit der Geschichte der Eidgenossenschaft verbunden. In einer politisch unsicheren Epoche mit religiösen Disputen konnte man sich auf vergangene Ereignisse, welche sich zum Guten wandten, besinnen.

Kapellbrücke sollte mehrmals abgebrochen werden

Aus städtebaulichen Gründen stand vor allem im 19. Jahrhundert mehr als einmal zur Debatte, ob es die Kapellbrücke in der Stadt Luzern noch braucht. Vor allem englische Touristen setzten sich sehr für ihren Erhalt ein. Aus dem industrialisierten London kommend, gefiel ihnen das «alte pittoreske Luzern sehr», erzählt Buchautor Heinz Horat.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.