«Kein Verein kann sich um alle kümmern»

Seit einem Jahr sind die Kontakt- und Anlaufstelle und die Gassenküche in Luzern nicht nur unter dem selben Dach, sondern werden auch von derselben Frau geleitet. Dieser Zusammenschluss bringt Veränderungen mit sich, auch für die suchtbetroffenen Menschen.

«Wer bei uns zu Mittag isst, kann neu auch bei uns duschen, Kleider waschen oder ins Ambulatorium», erklärt Franziska Reist, die neue Leiterin der Gassenküche und der Kontakt- und Anlaufstelle (K+A). Rund 100 Personen nehmen diesen Service täglich in Anspruch – neu sind alle Angebote unter einem Dach vereint. Aber nicht jede und jeder kann davon profitieren.

Niemanden in Versuchung führen

In erster Linie richtet sich die Gassenküche auf drogenabhängige Menschen aus. Das ist grundsätzlich nicht neu, allerdings wurde dies beim Zusammenschluss der Gassenküche und der K+A schriftlich festgehalten. Der Grund ist simpel: Es soll niemand, der suchtgefährdet ist, in der Gassenküche in Versuchung geführt werden.

Fridolin Wyss, der Geschäftsleiter des Vereins kirchliche Gassenarbeit, sagt, man könne sich nicht um alle kümmern: «Es gibt in der Stadt Luzern genug andere Angebote, wo man günstig essen kann, auch wenn man nicht drogenabhängig ist.»

Der Zusammenschluss der Kontakt- und Anlaufstelle und der Gassenküche habe sich bewährt, ergänzt Franziska Reist: «Es sind immer noch die gleichen Leute, die bei uns vorbeikommen.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr