Krienser Hüne will nach Rio

Trotz seinem 43. Meistertitel verpasste Lukas Räuftlin an den Langbahn-Schweizermeisterschaften in Zürich-Örlikon über 200 Meter Rücken die Olympia-Limite. Seine nächste Chance winkt aber bereits in drei Wochen.

Der Krienser Schwimmer Lukas Räuftlin ist erneut Schweizer Meister über 200 Meter Rücken. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Krienser Schwimmer Lukas Räuftlin ist erneut Schweizer Meister über 200 Meter Rücken. Keystone

Auch wenn Lukas Räuftlin in der Schweiz in seiner Paradedisziplin 200 Meter Rücken als praktisch unschlagbar gilt, international weht ein harter Wind. So liegt die Olympia-Limite über 200 Meter Rücken bei 1:58. An den Langbahn-Schweizermeisterschaften in Zürich-Örlikon schlug Räuftlin jedoch erst nach 2:03 an. Ein noch nicht ausgeheilter Bänderriss am Fuss sowie chronische Schmerzen in den Schultern liessen aktuell kein besseres Resultat zu.

Vier weitere Chancen für eine Oympia-Qualifikation

Bei seinem nächsten internationalen Wettkampf in drei Wochen will er aber seine zweite Chance nutzen, um die Olympia-Limite zu knacken. Weitere drei Möglichkeiten hätte er bis zum Selektionsschluss Mitte Juli, um die Reise nach Rio antreten zu können. «Das extra erstellte Bassin in Rio steht im Freien und sieht auf den Fotos gut aus», schwärmt der Krienser.

Vom Kunstturner zum Schwimmer

Kunstturner hätte Lukas Räuftlin werden sollen. Oder wollen. Seine absehbare Grösse und mangelnde Koordinationsfähigkeiten liessen ihn schliesslich beim Schwimm Verein Kriens ein Schnuppertraining besuchen. Seit 22 Jahren ist der zwei Meter grosse und 95 Kilo schwere Lukas Räuftlin nun leidenschaftlicher Schwimmer. Inzwischen ist er Profi - mit einer abgeschlossenen Lehre als Automechaniker. «Ich hatte einen tollen Lehrmeister, durfte öfters früher weg ins Training oder nach einem Morgentraining später anfangen.» Lukas Räuftlin gibt aber rückblickend zu: «Es war hart, hat sich aber gelohnt. Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung.»

Vom Schwimmer zum Polizeianwärter?

Wie wichtig diese ist, zeigt sich aktuell, da er sich bei der Kantonspolizei Luzern im Auswahlverfahren zum Polizeianwärter befindet. Dafür hat er im Januar 2016 noch ein zusätzliches Handelsdiplom erworben. «Mir ist es wichtig, neben meinem handwerklichen Fundament auch noch eine Option für eine allfällige spätere Arbeit im Büro zu haben.»

Beruflich will er im Jahr 2017 durchstarten. Jetzt - 2016 - gilt seine ganze Aufmerksamkeit aber noch seinem grossen Karriere-Highlight als Schwimmer in Rio.

Regionaljournal Zentralschweiz 17:30 Uhr